US-Inflation gebremst – Volkswirte erwarten dennoch keine Zinssenkung

In den USA sind die Verbraucherpreise im Oktober nach Angaben des Arbeitsministeriums vom Donnerstag zum Vormonat mit 0,5 Prozent unerwartet stark gesunken. Volkswirte hatten hingegen nur mit einem Minus von 0,3 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum kletterten das Preisniveau um 1,3 Prozent.

Kernrate im Jahresvergleich: Um 2,7 Prozent erhöht
Die Kernrate ohne die schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise erhöhte sich im Oktober um 0,1 Prozent zum Vormonat. Hier hatten die befragten Experten ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Kernrate den Angaben zufolge um 2,7 Prozent.

Volkswirte: Keine schnelle Zinssenkung in den USA
In ersten Reaktionen auf die Veröffentlichung der Inflationsdaten hatten Volkswirte übereinstimmend keine schnelle Zinssenkung in den USA erwartet. Die Fed werde «trotz der aktuell etwas geringeren Kerninflation auf der Hut bleiben und nicht verfrüht zu Zinssenkungen umschwenken», hiess es beispielsweise von der Postbank. Der Rückgang der Energiepreise habe zu einer spürbaren Entlastung bei der Inflation geführt. Allerdings gebe es bei den Verbraucherpreisen weiterhin Aufwärtsrisiken durch die Lohnentwicklung, hiess es weiter von der Postbank.

Rückgang der Inflation nur Korrektur
Auch die Commerzbank rechnet weiterhin nicht mit einer Zinssenkung durch die US-Notenbank. «Zinssenkungen der Fed stehen zunächst unverändert nicht auf der Agenda», hiess es. Der Rückgang der Inflation im Oktober sei nur eine Korrektur des Sprungs bei den Bekleidungspreisen im Sommer. Ausserdem seien die Autopreise derzeit sehr volatil.

Starke Reaktion an den Finanzmärkten
An den Devisenmärkten sprang der Euro nach den Inflationsdaten zunächst auf ein Tageshoch von 1,2841 Dollar. Kurz darauf büsste die Gemeinschaftswährung die Kursgewinne mit der Veröffentlichung der Nettokapitalzuflüsse in den USA wieder wieder ein. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch am deutschen Anleihenmarkt. Auch hier sprang der der richtungsweisende Euro-Bund-Future zunächst auf ein Tageshoch bei 118,13 Punkten und sackte dann wieder auf 117,95 Punkte ab.

Am Frankfurter Aktienmarkt sprang der DAX nach den Inflationsdaten in die Gewinnzone und er legte im Nachmittagshandel 0,22 Prozent auf 6.445,13 Punkte zu. (awp/mc/ar)

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