US-Schluss: Dow steigt kurz wieder über 11.000 Punkte

Als Grund für die freundliche Entwicklung sahen Börsianer Konjunkturhoffnungen und positiv aufgenommene Nachrichten zu Griechenland. Auf Wochensicht legte der Dow Jones um 0,64 Prozent zu. Auch die anderen Indizes markierten durch die Bank neue Jahreshochs. Der breit gefasste S&P-500-Index stieg am letzten Tag vor dem Wochenende um 0,67 Prozent auf 1.194,37 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq gewann der Composite Index 0,71 Prozent auf 2.454,05 Punkte, für den Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,69 Prozent auf 1.994,43 Punkte hoch.


Der Plan für die Griechenland-Nothilfe soll stehen: Nach Informationen aus Delegationskreisen gibt es eine grundlegende Einigung der Euro-Länder über Zinshöhe und Kreditumfang. Zudem stützten laut Börsianern der steigende Ölpreis, die guten Einzelhandelsumsätze vom Vortag und die am Freitag veröffentlichten und überraschend gestiegenen Lagerbestände des Grosshandels die Hoffnung, dass die Wirtschaft am Beginn einer stärkeren Erholung stehe als bisher erwartet. Zum Wochenausklang hatte es nur wenig Nachrichten gegeben. Dies sollte sich in der kommenden Woche ändern, wenn der weltgrösste Aluminiumproduzent Alcoa mit seinen Zahlen die neue Quartalsberichtssaison einläutet.


Der zuletzt wieder gestiegene US-Ölpreis liess die Anleger bei Rohstoffwerten zugreifen. Von Händlern hiess es, der jüngst überraschend starke Anstieg der Umsätze im US-Einzelhandel habe den Konjunkturoptimismus der Anleger wieder geweckt und den Rohstoffpreisen Auftrieb verliehen. Chevron legten an der Dow-Spitze um 2,37 Prozent auf 79,50 US-Dollar zu. Der Ölkonzern rechnet für das erste Quartal 2010 mit einem höheren Gewinn als im Vorquartal. Auch andere Öltitel entwickelten sich gut: ExxonMobil verteuerten sich um 1,33 Prozent auf 68,76 Dollar und ConocoPhillips gewannen 2,56 Prozent auf 55,32 Dollar.


Bankentitel legten ungeachtet eines kritischen Presseberichts mehrheitlich mit dem Markt zu. JPMorgan stiegen um 0,48 Prozent auf 45,98 Dollar. Ausserhalb des Leitindex erzielten auch die Aktien von Citigroup und Morgan Stanley Kursgewinne. Dagegen drehten Bank of America nach anfänglichen Aufschlägen ins Minus und schlossen 0,32 Prozent schwächer bei 18,59 Dollar. In einem Bericht der japanischen Zeitung «Nikkei» hiess es, die Bank wolle noch im laufenden Geschäftsjahr mit höheren Marketingausgaben und Spezialisten im japanischen Geschäftsbankwesen durchstarten.


Laut «Wall Street Journal» haben 18 grosse US-Institute ihre Risiken gegenüber der Öffentlichkeit verschleiert. Demnach haben die Banken ihren Schuldenstand jeweils kurz vor Quartalsende drastisch gesenkt, um bei der Veröffentlichung ihrer Zwischenbilanz besser dazustehen. Im folgenden Quartal hätten die Häuser wieder kräftig Kredite aufgenommen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Daten der US-Notenbank Fed. Zu den Häusern, die sich des Tricks bedienten, gehören auch bekannte Namen wie die oben genannten Institute.


Im Technologiesektor trieben erneute Übernahmegerüchte Aktien von Palm um 10,78 Prozent auf 5,14 Dollar hoch. Dem Bericht einer taiwanesischen Zeitung zufolge soll der Konkurrent HTC einen Blick auf den Smartphone-Hersteller geworfen haben. Am Mittwoch war am Markt noch der chinesische PC-Hersteller Lenovo als Interessent gehandelt worden. Eine HTC-Sprecherin betonte, ihr Unternehmen kommentiere keine Gerüchte, und um solche handele es sich bei dem jüngsten Zeitungsbericht. Auch bei Palm wollte ein Sprecher die Spekulationen nicht kommentieren.


Dagegen konnte Apple trotz der Schlagzeilen mit dem neuen iPad nicht überzeugen – die Aktien, die bereits am Vortag kaum reagiert hatten, gewannen nur bescheidene 0,81 Prozent auf 241,89 Dollar. Seit dem Verkaufsstart am vergangenen Samstag gingen 450.000 der Tablet-Computer über die Theke. Zudem stellte der Konzern aus Cupertino eine neue Version des Betriebssystems für das iPhone-Handy vor. (awp/mc/ps/34)

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