US-Schluss: Fest – S&P nach Zinsentscheid kurz auf Dreimonatshoch

Der marktbreite S&P-500-Index kletterte im Verlauf gar auf das höchste Niveau seit Januar. Zuletzt legte er um 2,16% auf 873,64 Punkte zu. An der Technologiebörse NASDAQ gewann der Composite-Index 2,28% auf 1’711,90 Zähler und schloss damit erstmals seit November 2008 über der Marke von 1’700 Zählern. Der NASDAQ 100 verbesserte sich um 1,50% auf 1’382,38 Punkte.


Marktteilnehmer hoben insbesondere Aussagen von Seiten der Fed hervor, wonach sich die Konjunkturaussichten in den USA seit März aufgehellt haben. Die US-Wirtschaft sei zwar weiter geschrumpft, das Tempo der Abschwächung habe sich jedoch offenbar verlangsamt. Den Leitzins hat die Notenbank (Fed) wie erwartet faktisch bei Null Prozent belassen. Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im ersten Quartal noch stärker als erwartet geschrumpft.


Die am Vortag nach einem Pressebericht besonders unter Druck geratenen Papiere der Citigroup und Bank of America (BoA) entwickelten sich spiegelbildlich und setzten sich an die Spitze des Leitindex. Bei der BoA fand die jährliche Aktionärsversammlung statt, auf der auch Unternehmenschef Kenneth Lewis zur Abstimmung stand. Die Ergebnisse werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Das «Wall Street Journal» hatte eine knappe Entscheidung zwischen einer Wiederwahl und einem unabhängigen Kandidaten vermutet. Lewis verteidigte den Kauf von Merrill Lynch, der Preis habe guten Wert geschaffen. BoA-Aktien gewannen 6,50% auf 8,68 USD, Citigroup-Anteile zogen an der Dow-Spitze um 7,96% auf 3,21 USD an.


Unter den drei Verlierern im Leitindex waren AT&T und Verizon Communications – letztere verloren 1,78% auf 30,41 USD. Der zweitgrösste US-Telekommunikationskonzern befindet sich Experten zufolge in Verhandlungen mit Apple als möglicher Vertragspartner für das iPhone. Es sei absehbar, dass Apple versuche, Verizon und den aktuellen Vertriebspartner AT&T gegeneinander auszuspielen. Apple-Papiere stiegen um 0,93% auf 125,14 USD.


Papiere von Time Warner gewannen nach Zahlen 0,96% auf 21,98 USD. Der Medienkonzern hatte im ersten Quartal einen wenig veränderten Gewinn und einen Umsatzrückgang verzeichnet. Für das Gesamtjahr bestätigte Time Warner aber seine Prognosen. Aktien der Schnellrestaurant-Kette Burger King drehten indes nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und verloren 3,27% auf 16,55 USD. Das Unternehmen hatte angesichts von Wirtschaftskrise und Schweinegrippe die Gewinnprognose für das laufende Quartal gesenkt. Im abgelaufenen Vierteljahr gab es noch ein Gewinnplus.


Für die Titel des Rüstungsspezialisten General Dynamics ging es um 5,39% auf 53,34 USD nach oben. Der Konzern hatte im ersten Quartal ein deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum erzielt. Der Pharmakonzern Wyeth reihte sich in den Reigen ein und überraschte ebenfalls positiv. Im ersten Quartal war der Gewinn höher aus als von Experten erwartet ausgefallen. Der Aktienkurs legte um 0,83% auf 42,60 USD zu.


E*TRADE Group brachen hingegen um 33,74% auf 1,63 USD ein. Der US-Broker hatte mitgeteilt, die Regulierungsbehörden drängten nach dem siebten Quartalsverlust in Folge auf eine Kapitalerhöhung. Richard Repetto, Analyst bei Sandler O’Neill, sagte: «Es sieht so aus, als drängten sie die Behörden.» Barclays Capital-Analyst Roger Freeman fügte hinzu, die Firma scheine in einer «wirklich brenzligen Lage» zu sein. (awp/mc/ps/35)

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