US-Schluss: Freundlich – nervöse Stimmung hält an

Auf der einen Seite sorgten neue Hiobsbotschaften vom Immobilienmarkt, steigende Ölpreise und negativ aufgenommene Konjunkturdaten für Unruhe. Gute Unternehmenszahlen und Übernahmenachrichten sorgten auf der anderen Seite für gute Laune.

Der Leitindex Dow Jones Industrial gewann 1,14 Prozent auf 13.362,37 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 0,72 Prozent auf 1.465,81 Zähler. An der NASDAQ legte der Composite-Index um 0,30 Prozent auf 2.553,87 Punkte zu. Der Auswahlindex NASDAQ 100 gewann um 0,67 Prozent auf 1.945,08 Punkte.

Die US-Investmentbank Bear Stearns hat einem Pressebericht zufolge nach den Problemen mit zwei verschuldeten Hedge-Fonds nun ein drittes Sorgenkind. Der «Bear Stearns Asset-Backed Securities Fund» habe grosse Verluste eingefahren, berichtet das «Wall Street Journal Europe» unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Der Fonds hat dem Bericht zufolge annähernd 900 Millionen US-Dollar in Hypotheken investiert. Zudem befürchtet die australische Macquarie Bank nach eigenen Angaben Verlusten von bis zu 25 Prozent bei zwei Fonds, die auf dem US-Markt für Hypothekenkredite engagiert sind. Aktien von Bear Stearns gaben um 2,41 Prozent auf 118,30 US-Dollar nach.

Im Umfeld büssten auch Aktien von Lehman Brothers Holdings 1,90 Prozent auf 60,82 Dollar ein. Befürchtungen über die Qualität von Krediten setzten auch die Aktien des Versicherers American International Group zeitweilig unter Druck. Die Aktien gehörten im Tagesverlauf zu den grössten Dow-Verliwrern, legten zum Schluss aber um 0,61 Prozent auf 64,57 Dollar zu.

Ein weiteres Thema des Tages lieferten die US-Autoabsatzzahlen. Ford hat im Juli auf dem amerikanischen Heimatmarkt erneut weniger Autos verkauft als ein Jahr zuvor. Der Absatz ging zum entsprechenden Vorjahresmonat um 19 Prozent auf 195.245 Fahrzeuge zurück. Die Aktien gaben um 0,94 Prozent auf 8,43 Dollar nach. Konkurrent General Motors (GM) hatte in seinem Heimatland ebenfalls einen kräftigen Absatzrückgang um 18,5 Prozent hinnehmen müssen. Dennoch legten die Titel um 1,02 Prozent auf 32,73 Dollar zu.

Grösster Kursgewinner im Dow waren die Papiere von Merck & Co. mit einem Plus von 2,76 Prozent auf 51,02 Dollar. Am Dienstag hatte ein Gericht in New Jersey eine Klage britischer Patienten abgewiesen, die das 2004 vom Markt genommene Merck-Medikament Vioxx für ihre Gesundheitsprobleme verantwortlich gemacht hatten.

Aktien von Dow Jones gewannen 1,25 Prozent auf 58,10 US-Dollar. Der amerikanische Medienkonzern wird an News Corp verkauft. Das Unternehmen des Medienmoguls Rupert Murdoch übernimmt den Herausgeber des «Wall Street Journal» für 60 Dollar je Aktie. Laut Mitteilung beträgt der Transaktionswert 5,6 Milliarden Dollar. News-Papiere gewannen 0,16 Prozent auf 22,82 Dollar.

Mehrere Unternehmen stehen ausserdem mit Zahlen im Blick. Time Warner hatte im zweiten Quartal seinen Gewinn wie erwartet leicht gesteigert. Der Medienkonzern bestätigte darüber hinaus seinen Ausblick aufs Gesamtjahr und kündigte ein neues, milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm an. Die Aktien gaben um 3,22 Prozent auf 18,64 Dollar nach.

Aktien von Apple gewannen nach einem positiven Analystenkommentar 2,46 Prozent auf 135,00 Dollar. Citi Securities hatte die Titel von «Hold» auf «Buy» angehoben. Der Markt reagiere nach Gerüchten über Kürzungen in der Produktion von iPhone und iPod über, hiess es in der Analyse.

Qwest Communications verloren 1,52 Prozent auf 8,40 Dollar. Das Unternehmen hatte seinen Gewinn im zweiten Quartal zwar mehr als verdoppeln können, war aber hinter den Analystenerwartungen zurück geblieben.

Aktien von DreamWorks Animation gewannen 6,06 Prozent auf 32,88 Dollar. Das Animations-Studio übertraf dank des Kinofilms «Shrek the Third» die Erwartungen von Analysten.

Die Papiere von Whole Foods legten um 6,70 Prozent auf 39,52 Dollar zu. Der Lebensmitteleinzelhändler hatte mit seinem am Dienstag nach Börsenschluss veröffentlichten Gewinn über den Analystenschätzungen gelegen. Whole Foods versucht gerade, vor Gericht die Übernahme seines Konkurrenten Wild Oats Market durchzusetzten.

Nach Börsenschluss legte der Unterhaltungskonzern Walt Disney Zahlen vor. Der Gewinn je Aktie aus fortgeführtem Geschäft (EPS) stieg im dritten Quartal von 0,51 US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 0,58 Dollar. Die Titel legten nachbörslich um 0,15 Prozent zu, nachdem sie im regulären Handel 2,52 Prozent auf 33,83 Dollar gewonnen hatten.

(awp/mc/hfu)

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