US-Schluss: Gewinne – Gute Daten vom US-Arbeitsmarkt

Gedämpft wurde die Freude darüber jedoch durch Befürchtungen, dass die US-Notenbank nun in absehbarer Zeit wieder die Leitzinsen erhöhen könnte. Ausdruck dieser Sorge war ein rasanter Anstieg des US-Dollar gegenüber dem Euro, der die Preise etwa für Gold oder Kupfer unter Druck setzte. Ein stärkerer Greenback aber verteuert die in Dollar abgerechneten Metalle für ausländische Investoren. Insofern zählten Rohstoffwerte zu den grössten Verlierern am Markt.


Der Dow Jones rückte am Ende um 0,21 Prozent auf 10.388,22 Punkte vor. Zwischenzeitlich war er aber auf bis zu 10.516,70 Zähler nach oben geklettert und hatte damit so hoch notiert wie noch nie in diesem Jahr. Auf Wochensicht bedeutete dies jedoch immer noch ein Plus von 0,76 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index legte um 0,54 Prozent auf 1.105,89 Zähler zu. An der Technologiebörse Nasdaq stieg der Composite-Index um 0,98 Prozent auf 2.194,35 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 0,50 Prozent auf 1.791,91 Zähler.


Aktien von Fluggesellschaften reagierten besonders positiv auf die erfreulichen Meldungen vom Arbeitsmarkt. Die Investoren setzten laut Börsianern darauf, dass es nun mit der Wirtschaft weiter nach oben geht und in der Folge auch die Passagierzahlen wieder anziehen. Insofern sprangen die Papiere von UAL um 5,42 Prozent auf 9,72 US-Dollar und die Titel von AMR um 7,28 Prozent auf 7,37 Dollar an. Die beiden Unternehmen sind die Muttergesellschaften von United Airlines und von American Airlines.


Stark nachgefragt wurden auch die Aktien von Finanzinstituten. So legten Papiere von American Express um 1,11 Prozent auf 39,30 Dollar zu und die Titel der Bank of America stiegen an der Dow-Spitze um 3,30 Prozent auf 16,28 Dollar. Die Grossbank forciert einem Bericht zufolge die Suche nach einem neuen Chef. Die Nachfolgersuche gestaltet sich bisher mehr als schwierig – unter anderem deshalb, weil die Bank weiter mit 45 Milliarden Dollar staatlichem Kapital gestützt wird und daher die Gehälter für die Vorstände begrenzt sind. Die Bank of America hatte allerdings in dieser Woche angekündigt, dem Staat das Geld noch in diesem Jahr zurückzahlen zu wollen.


Zu den Favoriten im Dow-Jones-Index zählten ebenfalls die Papiere von Intel. Sie verbesserten sich um 2,97 Prozent auf 20,46 Dollar. Der weltgrösste Chip-Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) hatte seine Absatzprognose angehoben.


Ferner kletterten Boeing-Anteilsscheine um 1,69 Prozent auf 54,68 US-Dollar. Der Flugzeugbauer hatte einen zweiten Käufer für die Passagierversion des neuesten Jumbo-Jets 747-8 gefunden. Die Fluggesellschaft Korean Air kündigte die Bestellung von fünf Fliegern des Typs an.


Der Netzwerkausrüster Cisco Systems erhielt derweil die Kontrolle über 90 Prozent der Aktien des norwegischen Videokonferenz-Spezialisten Tandberg. Das Geschäft mit Videokonferenzen gilt als Wachstumsmarkt, weil Unternehmen damit etwa Reisekosten einsparen können. Cisco-Aktien stiegen um 1,38 Prozent auf 24,16 Dollar, Papiere von Tandberg schlossen in Oslo mit einem minimalen Minus von 0,06 Prozent.


Klarer Verlierer am Markt aber waren die Anteilsscheine von DuPont mit einem dicken Minus von 7,15 Prozent auf 32,34 Dollar. Der Chemiekonzern hatte einen Rückschlag bei der Markteinführung einer neuen Saatguttechnologie hinnehmen müssen. Unter den Rohstoffwerten mussten die Aktionäre des Aluminiumriesen Alcoa einen Abschlag von 2,11 Prozent auf 12,99 Dollar hinnehmen. Titel von ExxonMobil verloren 0,99 Prozent auf 74,25 Dollar.


Ausserhalb des Dow schnellten die Titel von Big Lots um 19,29 Prozent auf 28,08 Dollar in die Höhe. Der Quartalsgewinn des US-Einzelhändlers war besser ausgefallen als erwartet. Zudem hatte das Unternehmen den Ausblick angehoben. (awp/mc/ps/32)

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