US-Schluss: Gewinne – Schnäppchenjäger – Charttechnik stützt

Zu Handelsbeginn hatten die wichtigsten Indizes noch im Minus notiert. Für den Stimmungsumschwung machten Börsianer einerseits Schnäppchenjäger verantwortlich, die vor allem die niedrigen Notierungen von Finanz- und Bauwerten für Zukäufe genutzt hätten. Zudem habe der S&P-500-Index die psychologisch wichtige Marke von 1.400 Zählern überwunden, was quer durch die Bank Anschlusskäufe ausgelöst habe. Der Dow Jones ging mit einem Plus von 0,42 Prozent auf 13.024,01 Zählern aus dem Handel. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 0,78 Prozent auf 1.418,40 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq rückte der Composite-Index ebenfalls um 0,78 Prozent auf 2.483,31 Punkte vor. Der NASDAQ 100 legte um 0,75 Prozent auf 1.990,61 Punkte zu.


Dank des Stimmungsumschwungs am Markt verbuchten vor allem die zu Handelsbeginn noch stark unter Druck geratenen Aktien von staatlich kontrollierten Hypothekenaufkäufern deutliche Kursaufschläge. So schossen die Aktien von Fannie Mae um 8,91 Prozent auf 30,81 Dollar in die Höhe – zu Handelsbeginn war es für die Papiere noch auf bis zu 26,24 Dollar nach unten gegangen. Das Unternehmen hatte zwar im ersten Quartal wegen wachsender überfälliger Forderungen einen unerwartet hohen Verlust eingefahren und plant nun eine Kapitalerhöhung von sechs Milliarden Dollar. Laut Händlern zeigten sich die Anleger nach einer ersten Schockreaktion jedoch erleichtert, dass Fannie Mae die schlimmsten Auswirkungen der Kreditkrise nunmehr überwunden haben dürfte. Zudem hätten einige Leerverkäufer ihre Short-Positionen in den Titeln wieder eingedeckt. Die Papiere des Wettbewerbers Freddie Mac rückten um 7,09 Prozent auf 27,33 Dollar vor.


Auch die Titel des Bauunternehmens DR Horton erholten sich von ihren frühen Verlusten, obwohl das Unternehmen wegen höherer Abschreibungen im zweiten Quartal einen höher als vom Markt prognostizierten Fehlbetrag erwirtschaftet hatte und seine Dividende halbiert. Die Aktien kletterten um 5,51 Prozent auf 16,85 Dollar.


Qwest-Aktien dagegen verharrten in der Minuszone und verloren 5,97 Prozent auf 5,04 Dollar. Der Breitbandnetzbetreiber hatte im ersten Quartal wegen höherer Steuerausgaben 35 Prozent weniger als im Vorjahr verdient. Der Gewinn je Aktie war auf 0,09 US-Dollar nach 0,12 US-Dollar im Vorjahreszeitraum gesunken. Damit blieb Qwest auch hinter den Analystenschätzungen zurück. US-Fluggesellschaften litten Börsianern zufolge unter den hohen Ölpreisen. Für die Papiere von Delta Air Lines etwa ging es um 2,96 Prozent auf 7,87 Dollar nach unten, Aktien von UAL, der Muttergesellschaft der Fluglinie United Airlines, verloren 5,67 Prozent auf 14,15 Dollar.


Yahoo!-Titel gewannen hingegen 5,54 Prozent auf 25,72 US-Dollar. Händlern zufolge hält sich die Übernahmefantasie am Markt, obwohl Microsoft sein Angebot am Wochenende offiziell zurückgezogen hat. Der Chef des US-Internetkonzerns, Jerry Yang, ist weiter offen für ein Angebot des Softwarekonzerns und schliesst auch den Verkauf an andere Bieter nicht aus, wie er in einem Interview mit der «Financial Times» (Dienstagausgabe) betonte. Ausserdem hob die Citigroup die Einschätzung der Yahoo!-Titel von «Sell» auf «Hold». Die Analysten sehen Potenzial für weitere Wertsteigerungen bei den Papieren des Internetkonzerns. Aktien des Software-Riesen Microsoft rückten indes um 2,13 Prozent auf 29,70 Dollar vor.


Aktien von NYSE Euronext legten nach Zahlen gar um 7,17 Prozent auf 72,95 Dollar zu. Der weltgrösste Börsenbetreiber hatte bis Ende März von den gestiegenen Handelsaktivitäten infolge der Finanzmarktkrise profitiert. Umsatz und Gewinn waren im ersten Quartal deutlich gestiegen. (awp/mc/ps)

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