US-Schluss: Kaum verändert – Liquiditätsspritzen beruhigen

Die Anleger seien aber immer noch nervös. Kurz vor Handelsbeginn am Montag hatte die Fed angekündigt, weitere zwei Milliarden US-Dollar in den Geldmarkt zu geben. Händler verwiesen zudem auf die etwas über den Erwartungen gestiegenen Einzelhandelsumsätze. Da die Konsumausgaben den Grossteil der Wirtschaftstätigkeit in den USA ausmachen, beobachteten die Anleger genau, wie sich das Verhalten der Konsumenten entwickele. Die vergangene Woche habe aber gezeigt, dass das einzig vorhersehbare an den Aktienmärkten derzeit die hohe Volatilität sei, sagte ein Börsianer.

Der Leitindex Dow Jones Industrial gab 0,02 Prozent auf 13.236,53 Zähler ab. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 0,05 Prozent auf 1.452,93 Zähler. An der NASDAQ sank der Composite-Index um 0,10 Prozent auf 2.542,24 Punkte. Einzig der Auswahlindex NASDAQ 100 konnte seine Kursgewinne bis zum Schluss halten und stieg um 0,48 Prozent auf 1.934,41 Punkte.


Aktien von Hewlett-Packard legten an der Spitze des Leitindex 2,58 Prozent auf 48,43 US-Dollar zu. Ein Analyst der Banc of America sagte, er gehe davon aus, dass der Computerhersteller mit seinen Quartalsergebnissen am Donnerstag die Erwartungen der Wall Street übertreffen wird. Er rechne mit einem wachsenden Marktanteil und steigenden Umsätzen bei Notebooks.


Bankentitel standen am Montag erneut im Fokus: Goldman Sachs und eine Gruppe von Investoren helfen dem in Schwierigkeiten geratenen Hedge-Fonds der Investmentbank aus der Klemme. Mit der Unterstützung von Investoren wie Eli Broad oder Hank Greenberg sollen 3 Milliarden Dollar in den Fonds «Global Equity Opportunities» (GEO) fliessen. Goldman-Sachs-Papiere verloren 1,66 Prozent auf 177,50 Dollar.


Aktien von JP Morgan verloren trotz einer positiven Analysteneinschätzung 0,95 Prozent auf 43,83 Dollar. Ein Analyst der Deutsche Bank hatte die Papiere von «Hold» auf «Buy» gehoben. Die US-Bank könnte angesichts ihrer Unternehmensstruktur in unruhigen Zeiten wie diesen Marktanteile gewinnen, hiess es zur Begründung. Das Engagement auf dem Markt für Hypotheken mit geringer Bonität dürfte für JP Morgan eine kleinere Sorge sein, hiess es weiter. Auch die Aktien anderer Grossbanken bauten die Kursverluste der vergangenen Wochen aus. Lehman Brothers Holdings verloren 3,00 Prozent auf 57,30 Dollar. Merrill Lynch gaben 0,80 Prozent auf 73,53 Dollar ab und Bear Stearns Companies verloren 0,54 Prozent auf 109,60 Dollar.


Erneut litten die Titel eines Hypothekenkreditfinanzierers: Die Aktien von Accredited Home Lenders Holding gaben 34,68 Prozent auf 5,82 Dollar ab. Die Hypothekenkredit-Firma könnte nach eigenen Angaben endgültig vor der Insolvenz stehen, nachdem der US-Finanzinvestor Lone Star am Freitag in einer Pflichtmitteilung geschrieben hatte, Accredited Home erfülle nicht mehr die Bedingungen ihres Übernahmeangebots über 400 Millionen Dollar.


Titel von Nasdaq Stock Market gewannen 3,49 Prozent auf 32,94 Dollar. Einem Pressebericht zufolge könnte der US-Börsenbetreiber einen Teil seines 25-Prozent-Anteils an der London Stock Exchange (LSE) verkaufen, um das Gebot für den skandinavischen Börsenbetreiber OMX zu erhöhen.


Für die Sears Holdings ging es um 5,60 Prozent auf 140,55 Dollar hoch. Die Einzelhandelskette hatte ihr Aktienrückkauf-Programm um 500 Millionen Dollar aufgestockt und will nun für bis zu 1,5 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen – zuvor hatte sie für bis zu eine Milliarde Dollar zusätzliche Aktien zurückkaufen wollen.


Titel von Bauunternehmen gerieten erneut unter Druck: Aktien von D.R. Horton gaben nach einer Abstufung 3,27 Prozent auf 16,87 Dollar ab. Morgan Stanley hatte die Titel des Bauunternehmens von «Overweight» auf «Neutral» gesenkt. Aktien von Hovnanian Enterprises verloren 4,42 Prozent auf 14,05 Dollar. Das Bauunternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass die Zahl der von ihm fertiggestellten Häuser im dritten Geschäftsquartal um 31 Prozent zurückgegangen war. Ein Analyst von JP Morgan sagte, er rechne in der Branche nicht mit Firmenpleiten, aber der allgemeine Trend dürfte sich noch verschlechtern. Er erwarte keine Verbesserung bis zum Ende des Jahres. (awp/mc/pg)

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