US-Schluss: Leichter – Standardwerte vom Tief klar erholt

Der Leitindex Dow Jones erholte sich in der letzten Handelsstunde zeitweise um mehr als 200 Punkte, schaffte es aber schliesslich nicht sich im Plus zu halten. Zunächst hatten die anhaltende Unsicherheit um die Kreditkrise in den USA und teils schlechte Unternehmenszahlen den Dow um bis zu 1,66 Prozent und damit unter die technisch viel beachtete 200-Tage-Linie ins Minus gedrückt.


Der Dow Jones Industrial verlor schliesslich 0,25 Prozent auf 13.266,29 Punkte. Der weltweit bekannteste Aktienindex schwankte im Verlauf zwischen 13.079 und 13.354 Zählern und stand zeitweise so tief wie zuletzt am 10. September. Der marktbreite S&P-500-Index verlor lediglich 0,06 Prozent auf 1.474,74 Punkte. Die sehr schwache NASDAQ-Börse musste dagegen deutliche Kursverluste hinnehmen und erholte sich deutlich weniger. Der Composite Index gab 1,92 Prozent auf 2.696,00 Zähler ab. Der Auswahlindex NASDAQ 100 fiel um 2,92 Prozent auf 2.106,16 Punkte.


Finanzwerte konnten sich unter der Führung von Morgan Stanley teilweise deutlich erholen – die Papiere der zweitgrössten Investmentbank der USA gewannen 4,86 Prozent auf 53,68 Dollar. Morgan Stanley schreibt 3,7 Milliarden Dollar wegen der US-Kreditkrise ab, ist aber im Vergleich zu anderen Banken etwas weniger im Geschäft mit zweitrangigen Kredit-Wertpapieren engagiert. Morgan Stanley taxierte das maximale Verlustrisiko aus Subprime-Engagements auf 6 Milliarden Dollar – sie legte damit laut Händlern als erste Investmentbank die Karten auf den Tisch. Börsianer lobten diese Transparenz und der Sektor erholte sich.


Eine schwache Kursentwicklung zeigten unterdessen die grossen Berichtsunternehmen in Dow und NASDAQ 100 nach ihren Zahlenvorlagen. American International Group (AIG) weiteten im Dow ihre Vortagesverluste um 3,45 Prozent auf 56,00 Dollar aus. Der Versicherungskonzern verdiente im dritten Quartal erheblich weniger als von Experten erwartet. Analysten von JP Morgan und Wachovia blieben aber dennoch optimistisch für AIG.


Cisco-Papiere rutschten am Ende des NASDAQ 100 um 9,63 Prozent auf 20,63 Dollar ab. Der Gewinn des US-Netzwerkausrüster stieg zwar stärker als erwartet – Börsianer sorgten sich aber um die Wachstumsaussichten. So führten Händler das Minus vor allem auf das verlangsamte Wachstum bei Grosskunden in den USA zurück. Die Aktien von Cisco stiegen zudem in den vergangenen zwölf Monaten deutlich stärker als der Technologiewerteindex Nasdaq.


Ford Motor verteuerten sich dagegen nach Zahlen um 2,91 Prozent auf 8,48 Dollar. Der zweitgrösste US-Autohersteller rutschte zwar nach zuletzt schwarzen Zahlen im dritten Quartal wieder in die Verlustzone – im Jahresvergleich reduzierte sich das Minus aber deutlich. Die Erwartungen seien übertroffen worden und der Ausblick sei positiv, hiess es am Markt. (awp/mc/ab)

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