US-Schluss: Schwach – China und IBM belasten

Grund dafür sei das stark gestiegene Kreditvolumen zu Jahresbeginn. Auch der Ausblick des IT-Konzerns IBM habe die Anleger verstimmt, hiess es. Die zur Wochenmitte präsentierten Zahlen verschiedener Finanzinstitute fielen indes uneinheitlich aus.


Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) sank am Ende um 1,14 Prozent auf 10.603,15 Zähler, nachdem der Leitindex am Dienstag noch den höchsten Stand seit Anfang Oktober 2008 markiert hatte. Das Minus am Mittwoch war der grösste prozentuale Tagesverlust, den der Dow bislang in diesem Jahr hinnehmen musste. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 1,06 Prozent auf 1.138,04 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq ging es für den umfassende Composite Index um 1,26 Prozent auf 2.291,25 Punkte nach unten. Der Nasdaq 100 gab um 1,45 Prozent auf 1.867,95 Zähler nach.


Unter der Sorge, dass China seine globale Expansion beschränken könnte, litten zum Beispiel Rohstoffwerte und Titel grosser Industrieunternehmen. So fielen die Papiere des Aluminiumherstellers Alcoa um 2,50 Prozent auf 15,23 Dollar. Aktien des Baumaschinenherstellers Caterpillar verbilligten sich um 1,92 Prozent auf 59,76 Dollar.


Am Dow-Ende sackten die Titel von IBM um 2,90 Prozent auf 130,25 Dollar ab. Marktteilnehmer sahen nach den guten Intel-Zahlen noch optimistischere Erwartungen enttäuscht und monierten das schwache Umsatzwachstum. Andere Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.


Ebenfalls gemieden wurden die Titel von Kraft Foods , die einen Abschlag von 2,14 Prozent auf 28,78 Dollar aufwiesen. Börsianer führten dies auf Aussagen von Warren Buffett im Fernsehsender CNBC zurück. Dort hatte die Investmentlegende ihre Bedenken gegenüber der Übernahme von Cadbury geäussert. Buffett ist über Berkshire Hathaway Grossaktionär bei Kraft. Die Ratingagentur Fitch hatte zudem ihre Bonitätseinstufung auf BBB- gesenkt. In London fielen die Titel von Cadbury um 0,30 Prozent auf 834,00 Britische Pence.


Auch Bankenwerte standen im Fokus: Nach der Bilanzvorlage der Citigroup am Dienstag zogen bereits vorbörslich die Bank of America, Morgan Stanley sowie Wells Fargo nach. Ein klarer Kurstrend zeichnete sich für die Aktien jedoch nicht ab.


Die Titel von Morgan Stanley fielen zum Beispiel um 1,70 Prozent auf 30,63 US-Dollar. Die schwächelnde Investmentbank kämpft derzeit verbissen gegen die übermächtige Konkurrenz. Unter dem Strich hatte das Geldhaus im vierten Quartal 376 Millionen Dollar verdient. Experten hatten mit deutlich mehr gerechnet. Insbesondere das Geschäft mit Staats- und Unternehmensanleihen war enttäuschend verlaufen. «Das Umfeld bleibt extrem ungewiss», sagte zudem Bankchef James Gorman, der die Bank seit knapp drei Wochen führt. Ferner gaben die Papiere von Wells Fargo um 1,63 Prozent auf 27,82 Dollar nach. Die Kreditausfälle bewegten sich weiterhin auf hohem Niveau, teilte das Institut mit.


Anteilsscheine der Bank of America aber notierten im Plus. Sie legten an der Dow-Spitze um 1,04 Prozent auf 16,49 Dollar zu. Positiv nahmen hier Börsianer einige Zeichen einer Stabilisierung im Kreditgeschäft auf. Dennoch bleibt das Institut ein Verlierer der Finanzkrise. Die Bank of America hatte ein schwieriges Jahr mit einem neuerlichen Verlust beendet. Grund dafür waren in erster Linie die hohen Abgaben für die Staatshilfen, die der Konzern gegen Ende 2009 zurückgegeben hatte. Börsianer stuften das Minus als unerwartet hoch ein. Nach überzeugenden Geschäftszahlen stiegen auch die Titel von US Bancorp um 2,12 Prozent auf 25,01 Dollar und die von Jefferies um 3,76 Prozent auf 26,80 Dollar.


Uneinheitlich notierten derweil Aktien aus dem Luftfahrtumfeld. So kletterten die Papiere von ARM Holdings gegen den negativen Markttrend um 5,07 Prozent auf 8,49 Dollar. Die Muttergesellschaft der Fluglinie American Airlines hatte für das abgelaufene Quartal einen unerwartet geringen Umsatzrückgang verbucht. Titel von Boeing aber sanken um 0,74 Prozent auf 60,20 Dollar. Die schwache Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen zwingt den Flugzeugbauer zu weiteren Stellenstreichungen. (awp/mc/pg/34)

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