US-Schluss: Schwach – Finanz- und Immobilienaktien drücken

Diese warteten auf konkrete Zeichen, dass Banken und Investmenthäuser die Finanzkrise nach mehr als einem Jahr endlich hinter sich gelassen haben, so Börsianer.


Der Leitindex Dow Jones (DJIA) verlor 1,55 Prozent auf 11.479,39 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 1,51 Prozent auf 1.278,63 Zähler. An der NASDAQ gab der Composite-Index um 1,45 Prozent auf 2.417,0 Punkte nach. Der NASDAQ 100 verlor 1,27 Prozent auf 1.932,70 Punkte.


Die Stimmung unter den US-Hausbauern im August gemessen am NAHB-Hausmarktindex war wie erwartet unverändert. Der Indikator der National Association of Homebuilders (NAHB) verharrte mit 16 Punkten auf seinem Vormonatswert. Volkswirte hatten mit dieser Entwicklung gerechnet. Der NAHB-Index ist ein Stimmungsbarometer der nationalen Organisation der Wohnungsbauunternehmen. Ein Wert unter 50 Punkten signalisiert, dass die Mehrheit der Hausbauer die Bedingungen negativ beurteilt.


Finanzwerte gehörten zu den grössten Verlierern. Fannie Mae und Freddie Mac erlitten einen regelrechten Kurseinbruch. Aktien des Hypothekenfinanzieres Fannie Mae fielen um 22,65 Prozent auf 6,15 US-Dollar, die des ebenfalls krisengeschüttelten Freddie Mac sogar um 24,96 Prozent auf 4,39 Dollar. Börsianer verwiesen auf einen Pressebericht im «Barron’s»-Magazin, wonach ein Einschreiten des Staates immer wahrscheinlicher werde und damit die bisherigen Aktionäre leer ausgingen. Die zwei Finanzierer haben in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 85 Prozent ihres Börsenwerts eingebüsst.


Lehman Brothers verloren 7,05 Prozent auf 15,03 Dollar. Einige Analysten erwarteten für das laufende dritte Geschäftsquartal ein neuerliches Minus von 1,8 Milliarden Dollar oder mehr, berichtete das «Wall Street Journal». Die viertgrösste US-Investmentbank könnte dann auch zu einer weiteren Kapitalerhöhung oder dem Verkauf von Vermögenswerten gezwungen sein. Zu den Verlierer unter den Finanztitel gehörten auch Wachovia mit minus 3,92 Prozent auf 14,96 Dollar und Morgan Stanley mit minus 3,16 Prozent auf 49,59 Dollar.


Titel von Häuserbauern waren bereits vor der Veröffentlichung des NAHB-Hausmarktindex unter Druck geraten und büssten bis zum Handelsschluss weiter ein. Toll Brothers, DR Horton und Ryland verloren zwischen vier und sieben Prozent. Auch die Papiere von Centex, KB Home, Lennar,  Pulte Homes und Hovnanian Enterprises gerieten vor dem Hintergrund einer unverändert schlechten Stimmung in den negativen Sog der US-Hausbauer und verloren sogar zwischen vier und mehr als neun Prozent.


Positiv hingegen wirkten sich Meldungen aus Japan für Werte der Union BanCal Corp. aus. Die Aktien der Bank schossen um 11,74 Prozent auf 73,18 Dollar nach oben. Mitsubishi UFJ will die restlichen 35 Prozent an der Union BanCal erwerben und hat dafür seine Offerte von 63 auf 73,50 Dollar angehoben. Nun will die US-Bank ihren Aktionären die Annahme empfehlen.


Der leicht gestiegene Ölpreis hatte den entsprechenden Branchentiteln einen leicht positiven Start beschert. Zum Handelsende bewahrte der wieder leicht höhere Preis für das schwarze Gold die Aktien der Ölunternehmen vor einem ähnlich deutlichen Minus wie der Gesamtmarkt. So verloren Papiere von Chevron 1,26 Prozent auf 83,19 Dollar, ExxonMobil gaben um 0,70 Prozent auf 76,53 Dollar nach und ConocoPhillips notierten 0,85 Prozent leichter bei 77,00 Dollar. (awp/mc/pg/01)

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