US-Schluss: Schwach – Technologiewerte weiter unter Druck

Die Ausblicke im Technologiesektor gefielen den Börsianern nicht – nach der Enttäuschung durch Cisco am Vortag habe nun auch QUALCOMM den Markt mit seinen Erwartungen nicht überzeugt, hiess es. Negativ seien zudem die Konjunkturdaten ausgefallen, auch wenn diese kaum beachtet worden seien. Die zuletzt sehr schwachen Finanzwerte hätten sich weiter stabilisiert.


Der Dow Jones Industrial verlor schliesslich 1,69 Prozent auf 13.042,74 Punkte. Der weltweit bekannteste Aktienindex verlor im Verlauf der Woche 4,06 Prozent an Wert und stand zeitweise so tief wie zuletzt am 20. August. Der marktbreite S&P-500-Index verlor am Berichtstag 1,43 Prozent auf 1.453,67 Punkte. Die technologielastige NASDAQ-Börse musste erneut überdurchschnittliche Kursverluste hinnehmen. Der Composite Index gab 2,52 Prozent auf 2.627,94 Zähler ab. Im Wochenvergleich musste der breit gefasste Technologieindex den grössten Verlust seit Ende September 2001 hinnehmen – es errechnet sich ein Minus von 6,49 Prozent. Der Auswahlindex NASDAQ 100 fiel am Freitag um 3,41 Prozent auf 2.034,30 Punkte.


Finanzwerte standen im Wochenverlauf wegen der Sorgen um die Belastungen durch die Kreditkrise wegen der Hypothekenkredite minderer Qualität im Fokus. Die US-Bank Wachovia rechnet im laufenden Quartal mit weiteren Belastungen aus der Kreditmarktkrise und kündigte einen Anstieg der Risikovorsorge für Kreditausfälle auf das Rekordniveau von 500 bis 600 Millionen US-Dollar an. Zudem habe die Bank im Oktober erneut 1,1 Milliarden Dollar in Folge der Neubewertung von Kreditpositionen abschreiben müssen. Wachovia-Aktien drehten allerdings nach Kursverlusten bis auf 38,05 Dollar ins Plus und schlossen 0,87 Prozent höher bei 40,65 Dollar.


Merck & Co verharrten nach einer Einigung im jahrelangen Rechtsstreit um Folgen des 2004 vom Markt genommenen Schmerzmittels Vioxx im gesamten Verlauf unangefochten an der Dow-Spitze. Der US-Pharmakonzern zahlt 4,85 Milliarden Dollar in einen Fonds, aus dem die Kläger entschädigt werden. Merck-Aktien gewannen 2,06 Prozent auf 55,90 Dollar.


Walt Disney rutschten nach Zahlen um 2,65 Prozent auf 32,74 Dollar ab. Der US-Unterhaltungskonzern hatte im vierten Quartal etwas mehr verdient als von Analysten erwartet, die Umsatzprognosen aber leicht verfehlt.


Finanzwerte stabilisierten sich wie schon am Vortag. Im Dow-Jones war die Hälfte der sechs Aktien im Plus aus dem Sektor: So legten Titel der American International Group (AIG) 1,89 Prozent auf 57,06 Dollar zu. Der Versicherer hatte am Vortag Zahlen vorgelegt und daraufhin deutlich an Wert verloren. Die seit einem Monat auf Talfahrt befindlichen Citigroup-Papiere schlossen mit plus 0,61 Prozent bei 33,10 Dollar. JPMorgan vollzogen dagegen eine Berg- und Talfahrt und schlossen schliesslich mit minus 0,70 Prozent bei 42,31 Dollar. Händlern zufolge sieht die Bank auch weiterhin «substanzielle Risiken» in ihrem Kreditpotfolio.


Besonders unter Druck standen dagegen Technologiewerte: «Big Blue» IBM weiteten ihre jüngsten Kursverluste aus und sackten als zweitschwächster Dow-Wert um 5,15 Prozent auf 100,65 Dollar ab, Microsoft verloren 2,97 auf 33,70 Dollar und Intel 2,85 Prozent auf 25,20 Dollar. Händler verwiesen auf den bereits am Mittwoch nach Börsenschluss negativ aufgenommenen Ausblick von Cisco Systems , der die Branche belaste. Cisco verloren 3,54 Prozent auf 28,58 Dollar.


Für QUALCOMM-Aktien ging es nach Zahlen um 4,25 Prozent auf 38,07 Dollar runter. Der Chiphersteller hatte im vierten Geschäftsquartal den Gewinn zwar fast verdoppelt und die Erwartungen damit übertroffen. Mit den Zielvorgaben für das kommende Geschäftsjahr bleibe QUALCOMM allerdings unter den Analystenprognosen, hiess es am Markt.


Leap Wireless International brachen im NASDAQ 100 um 31,51 Prozent auf 36,63 Dollar ein. Der in San Diego tätige Mobilfunkdienstleister kündigte an, seine Bilanzen bis zurück in das Geschäftsjahr 2004 wegen Fehlern in der Buchhaltung korrigieren zu müssen. Dem Unternehmen zufolge ist kumulativ mit einem um 20 Millionen Dollar niedrigeren Dienstleistungsumsatz und einem um 20 Millionen niedrigeren operativen Einkommen zu rechnen. (awp/mc/ab)

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