US-Schluss: Sehr schwach – Banken drücken Dow unter 6.800 Punkte

Noch schlechter sah es für den marktbreiten S&P-500-Index aus, der mit minus 4,66 Prozent auf 700,82 Zähler den niedrigsten Schluss seit September 1996 markierte. An der Technologiebörse NASDAQ verlor der Composite-Index 3,99 Prozent auf 1.322,85 Zähler. Der NASDAQ 100 büsste 3,61 Prozent auf 1.076,67 Zähler ein.


«Der Ton aus dem Finanzsektor bleibt düster und die Risiken der weltweiten Wirtschaftsentwicklung bleiben hoch», sagte ein Marktstratege. Die Nervosität der Anleger sei mit Blick auf eine Woche voller Daten wie beispielsweise den Arbeitsmarktbericht am Freitag sehr gross. Das lasse sich auch gut am «Angstindex», dem Chicago Board Options Exchange Volatility Index (VIX), ablesen, der um rund 18 Prozent kräftig zulegte.


Die Aktien von AIG büssten ihre deutlichen Startgewinne im Verlauf ein und schlossen unverändert bei 0,42 Dollar. Seit Jahresbeginn waren die Titel im Tief bereits um rund 75 Prozent eingebrochen. Die US-Notenbank gab bekannt, dass das Finanzministerium eine neue Kreditlinie über 30 Milliarden Dollar für den schwer angeschlagenen US-Versicherer einrichten werde, um dessen Kapitalbasis zu stärken. AIG musste zudem einen Verlust von knapp 100 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr vermelden – 62 Milliarden Dollar davon fielen alleine im vierten Quartal an.


Citigroup-Papiere brachen um 20,00 Prozent auf 1,20 Dollar ein. Händler verwiesen insbesondere auf einen Kommentar der Deutschen Bank. Den Analysten zufolge könnte die bereits teilverstaatlichte US-Bank noch weiteres Kapital benötigen. Für 2009 erwarten die Analysten einen Verlust von 4,5 Milliarden Dollar. Die Aktie sei ungewöhnlich riskant, hiess es in einem Kommentar. Auch die UBS äusserte sich negativ zu den Titeln und senkte das Kursziel von 4,00 auf 1,75 Dollar. Auch JPMorgan und Bank of America kamen massiv unter Druck.


Auch Titel von International Paper gehörten mit minus 10,02 Prozent auf 5,12 Dollar zu den grössten Verlierern. Der Papierhersteller kürzt seine Dividende um 90 Prozent. Unterdessen sackten Lockheed Martin um 4,99 Prozent auf 59,96 Dollar ab. Goldman Sachs hatte die Aktien in einer Branchenstudie von der «Conviction Buy List» gestrichen und den gesamten Rüstungssektor auf «Neutral» abgestuft. Die Staatsausgaben für diesen Bereich dürften 2010 ihren Höhepunkt sehen und danach deutlich zurückgefahren werden, so die Analysten. Rüstungsausgaben stünden bei Präsident Barack Obama ganz unten auf der Prioritätenliste. Auch JPMorgan kappte die Kursziele für die Branche.


General Motors (GM) kommen ebenfalls nicht aus den Schlagzeilen. Ein neues Unternehmen rund um den Autohersteller Opel könnte nach Auffassung des Frankfurter Autoanalysten Christoph Stürmer innerhalb von vier Wochen gegründet werden. Dies sei möglich, wenn sich ein gutes Team von Unternehmensberatern und Juristen konzentriert in Klausur begebe. Die Abgrenzung zum Mutterkonzern General Motors (GM) könnte dabei so gestaltet werden, dass auch eine Insolvenz der Mutter keine unmittelbaren Auswirkungen auf die europäische Tochter hätte, sagte der Experte des Frankfurter Wirtschaftsforschungsinstituts Global Insight am Montag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Aktien kostete dies 10,67 Prozent auf 2,01 Dollar. (awp/mc/ps/34) 

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