US-Schluss: Sehr schwach – Enttäuschung nach Fed-Protokoll

Gleichzeitig seien sie weiter beunruhigt gewesen, ob sich die Turbulenzen am Finanzmarkt auf die Wirtschaft auswirkten. Der Markt war bereits seit Börsenstart kontinuierlich abwärts gedriftet. Anleger hatten sich auch schon im frühen Handel wegen Bedenken über mögliche Aussagen der Fed zurückgehalten.


Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 2,10 Prozent oder 280 Punkte auf 13.041,85 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index gab 2,35 Prozent auf 1.432,38 Punkte ab. An der NASDAQ verlor der Composite-Index 2,37 Prozent auf 2.500,64 Zähler. Der Auswahlindex NASDAQ 100 gab 2,48 Prozent auf 1.899,24 Punkte ab.


In dem Protokoll hat der geldpolitische Ausschuss Massnahmen angesichts der Finanzmarktturbulenzen nicht ausgeschlossen. Die anhaltenden Turbulenzen könnten das Handeln der US-Notenbank erfordern. Eine weitere Verschlechterung der Bedingungen könne nicht ausgeschlossen werden, hiess es. «Die Hauptaussage aus dem Protokoll ist, dass die Fed sich weiter über Inflation und Wirtschaftswachstum sorgt», sagte ein Aktienhändler. «Die Notenbank hat versichert, zu Massnahmen bereit zu sein. Der Markt hat aber auf eine deutlichere Aussage gehofft», sagte er.


Im Dow Jones verzeichneten sämtliche Werte Verluste. Finanztitel gaben nach einer Abstufung nach. Merrill Lynch hat die Aktien der Citigroup sowie von Bear Stearns und Lehman Brothers von «Buy» auf «Neutral» gesenkt. Grund dafür sei die Abhängigkeit dieser Finanzdienstleister vom Kreditmarkt und die daraus folgende Notwendigkeit, die Prognosen für das restliche Jahr und für 2008 zu senken, hiess es. Citigroup sanken um 3,45 Prozent auf 46,14 US-Dollar, Bear Stearns gaben 3,37 Prozent auf 108,42 Dollar nach und Lehman Brothers büssten 6,01 Prozent auf 54,28 Dollar ein.


Papiere von State Street sanken um 4,26 Prozent auf 61,16 Dollar. Die Bostoner Bank ist laut einem Pressebericht mit einem zweistelligen Milliardenbetrag bei den in der Vergangenheit in Verruf geratenen Asset Backed Commercial Papers engagiert. Das Institut habe insgesamt 22 Milliarden Dollar in mindestens sechs ausserhalb der Bilanz geführten Zweckgesellschaften (conduits) untergebracht, schrieb die englische Zeitung «The Times».


Einer der weniger klaren Gewinner im schwachen Markt waren die Aktien von PolyMedica Corporation . Medco Health Solutions übernimmt die auf die Versorgung von Diabetes-Kranken mit Blutzucker-Testprodukten spezialisierte US-Firma für 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro) in bar. Die PolyMedica-Anteilseigner erhalten 53 Dollar je Aktie. PolyMedica-Aktien sprangen um 14,13 Prozent auf 51,69 Dollar an. (awp/mc/gh)

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