US-Schluss: Sehr schwach – Hypothekenkrise belastet

Deshalb hätten die Hoffnungen der Anleger auf einer Verbesserung der Arbeitsmarktdaten gelegen. Doch das Gegenteil sei eingetreten: Die Arbeitslosenquote war im Juli unerwartet stark auf 4,6 Prozent gestiegen. Zudem hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor im Juli deutlicher als erwartet eingetrübt, was die Konjunkturaussichten ebenfalls verschlechtert.


Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 2,09 Prozent auf 13.181,75 Zähler – auf Wochenbasis war das ein Minus von 83 Zählern. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 2,66 Prozent auf 1.433,07 Zähler. An der NASDAQ gab der Composite-Index um 2,51 Prozent auf 2.511,25 Punkte nach. Der Auswahlindex NASDAQ 100 verlor 2,44 Prozent auf 1.918,56 Punkte.


Die Krise am Immobilienmarkt zog weitere Kreise. Aktien der Investmentbank Bear Stearns , die Probleme mit drei auf dem Hypothekenmarkt engagierten Hedge-Fonds hat, gaben um 5,92 Prozent auf 108,79 US-Dollar nach. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte angesichts der Aufstellung des Kreditinstituts auf dem Hypothekenmarkt den Ausblick für das Unternehmen von «Stabil» auf «Negativ» gesenkt. Die Hypothekenkredit-Firma American Home Mortgage Investment bestätigte am Donnerstag, die Bank nehme keine Kreditanträge mehr an und entlasse einen Grossteil der 7.000 Beschäftigen bis auf eine kleine Restmannschaft von 750. Die Aktie brach weiter ein und verlor 52,07 Prozent auf 0,69 Dollar. Ende Juni hatten die Titel noch mehr als 20 Dollar gekostet.


Aktien von Countrywide Financial gaben nach einem negativen Analystenkommentar um 6,61 Prozent auf 25,00 Dollar nach. Morgan Stanley hatte das Kursziel für die Aktien von 47 auf 40 Dollar gesenkt. Der Analyst schrieb zur Begründung, er habe die Schwere der Probleme am Hypotheken- und Kreditmarkt unterschätzt. Security Capital Assurance gaben um 5,35 Prozent auf 21,40 Dollar nach. Das Unternehmen hatte angekündigt, in einer Telefonkonferenz über sein Engagement bei bestimmten Hypotheken- und Schuldenanlagen zu informieren.


Unter den schlechten Nachrichten vom Hypotheken- und Kreditmarkt hatten auch andere Finanzwerte zu leiden. So gaben Aktien von Lehman Brothers um 7,73 Prozent auf 55,78 Dollar nach und erreichten damit ein neues 52-Wochen-Tief. Papiere von Merrill Lynch verloren 3,45 Prozent auf 70,05 Dollar.


Lichtblicke lieferte dagegen die Berichtssaision. Aktien von US Airways konnten ihre guten Zahlen in ein Kursplus von 1,43 Prozent auf 31,14 Dollar ummünzen. Die Fluggesellschaft hatte am Freitag Rekordzahlen bei der Passagier-Auslastung vorgelegt. Procter & Gamble gaben 0,66 Prozent auf 62,88 Dollar nach. Der US-Konsumgüterkonzern hatte im abgelaufenen vierten Quartal des Finanzjahres etwas besser abgeschnitten als erwartet.


An der NASDAQ brachen Aktien von Take-Two Interactive Software um 16,26 Prozent auf 14,16 Dollar ein. Der Hersteller von Videospielen hatte am Vortag bekannt gegeben, dass er für das Gesamtjahr mit Verlusten rechnet, weil sich der Start des Videospiels «Grand Theft Auto IV» verzögern wird. Die Aktien von Network Appliance rutschten nach enttäuschenden Ergebnissen für das erste Quartal um 19,99 Prozent auf 22,97 Dollar ab.


Aktien von Tim Hortons gaben nach Zahlen 0,73 Prozent auf 31,49 Dollar nach. Die Kaffeehaus-Kette hatte im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang des Nettogewinns um 12 Prozent verzeichnet, der im Rahmen der Erwartungen ausfiel.


Papiere des israelischen Pharmaunternehmens Teva Pharmaceuticals verloren trotz positiver Nachrichten 2,63 Prozent auf 42,24 Dollar. Die US-Regulierungsbehörden hatten der Zulassung für ein Generikum eines Medikaments gegen Sodbrennen zugestimmt. (awp/mc/ab)

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