US-Schluss: Sehr schwach – Nach Wahlsieg von Obama kehrt Realismus zurück

Der Dow-Jones-Index verlor 443 Punkte und schloss zum ersten Mal seit einer Woche unter 9.000 Punkten. Er fiel um 4,85 Prozent auf 8.695,79 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 5,03 Prozent auf 904,88 Punkte. Der NASDAQ Composite-Index fiel um 4,34 Prozent auf 1.608,70 Zähler. Der NASDAQ 100 verlor 4,46 Prozent auf 1.241,97 Punkte.


«Die Anleger realisieren, dass es selbst mit einem neuen Präsidenten und dessen frischer Politik eine gewisse Zeit dauern wird, bis eine Trendwende der Wirtschaftsentwicklung erreicht werden kann», sagte ein Börsianer. Die jüngsten Konjunkturdaten und Unternehmensnachrichten hätten die Zurückhaltung der Anleger noch verstärkt, sagten Händler. So befürchtet der weltgrösste Netzwerkausrüster Cisco Systems angesichts der Konjunktur-Talfahrt einen deutlichen Umsatzeinbruch.


Aktien von General Motors (GM) sackten mit einem Minus von 13,67 Prozent auf 4,80 Dollar als schwächster Wert im Dow ans Indexende. Auch die übrigen Autowerte verbuchten deutliche Kursverluste. Ford fielen um 5,26 Prozent auf 1,98 Dollar. «Die Autokonzerne wollen Geld von der Regierung haben, nun stellt sich aber langsam die Frage, wie es weitergeht, wenn es keine zusätzlichen Zahlungen gibt», sagte ein Händler.


Alcoa sackten als zweitschwächster Dow-Wert um 13,05 Prozent auf 10,26 Dollar. Die globale Wirtschaftskrise zwingt die europäischen Wettbewerber zu drastischen Massnahmen: Der weltgrösste Stahlhersteller ArcelorMittal kürzt seine Produktion kräftiger als bisher angekündigt und kassierte sein Gewinnziel für 2008 ein. Auch die grössten deutschen Stahlkonzerne ThyssenKrupp und Salzgitter reagieren auf die abflauende Nachfrage und wollen ihre Stahlverarbeitung drosseln.


Auch die Finanzwerte gaben deutlich nach. American Express fielen um 10,46 Prozent auf 24,92 Dollar. Citigroup sanken um 8,79 Prozent auf 11,52 Dollar. Bank of America verloren 7,49 Prozent auf 20,12 Dollar.


Cisco-Titel zählten denn auch zu den Verlierern. Die Titel sanken um 2,59 Prozent auf 16,94 Dollar. Im laufenden Quartal würden die Erlöse voraussichtlich zwischen fünf und zehn Prozent zurückgehen, hatte Konzernchef John Chambers am Mittwoch nach US-Börsenschluss gewarnt. Cisco plant nun Einsparungen in Milliardenhöhe.


Aktien von News Corp. brachen um 16,31 Prozent auf 8,31 Dollar ein. Der vom Medienmogul Rupert Murdoch kontrollierte Medienkonzern war durch die Beteiligung am Bezahlsender Premiere mit einem Gewinneinbruch in das neue Geschäftsjahr gestartet.


Wal-Mart Stores zählten zu den wenigen Gewinnern im Dow Jones und stiegen um 1,18 Prozent auf 53,49 Dollar. Der Umsatz auf bereinigter Fläche war im Oktober um 2,4 Prozent gestiegen und hatte damit die Analystenerwartungen übertroffen, die lediglich ein Plus von 1,56 Prozent erwartet hatten. Zudem kündigte der Einzelhändler an, bis Weihnachten jede Woche die Preise zu senken.


Der Börsenbetreiber NASDAQ OMX Group hatte ebenfalls Zahlen vorgelegt. Trotz eines Gewinnanstiegs von 28 Prozent fielen die Aktien um 11,88 Prozent auf 28,56 Dollar. Händlern zufolge wurden die Erwartungen getroffen. Zudem hält NASDAQ an seinem aggressiven Integrationszeitplan der OMX fest und erwartet bis Jahresende Einsparungen von 50 Millionen Dollar. Im ersten ersten Quartal 2009 sollen es dann 100 Millionen Dollar sein.


Die Aktien von Wells Fargo fielen um 9,19 Prozent auf 28,77 Dollar. Die vor der Übernahme ihres Konkurrenten Wachovia stehende US-Bank will ihr Kapital erhöhen. Durch die Ausgabe von Aktien sollen dem Unternehmen zehn Milliarden US-Dollar zufliessen.


Anheuser-Busch stiegen um 1,49 Prozent auf 64,58 Dollar und zählten damit zu den wenigen Gewinnern. Der vor der Übernahme durch den belgischen Branchenkollegen InBev stehende US-Brauer übertraf im dritten Quartal die Erwartungen von Experten leicht. Der Gewinn je Aktie (EPS) vor Sonderposten war zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 10,5 Prozent auf 1,05 US-Dollar. Analysten hatten nur mit 1,04 Dollar gerechnet. Der Nettoumsatz stieg um 6,5 Prozent auf 4,917 Milliarden Dollar. Hier hatten die Experten 4,88 Milliarden Dollar erwartet. (awp/mc/gh/01)

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