US-Schluss: Uneinheitlich – Vorsichtige Anleger

Zudem stünden im Wochenverlauf noch zahlreiche Konjunkturdaten an, verlautete aus Händlerkreisen. Auch hätten die enttäuschenden Absatzzahlen der grossen Autobauer die Stimmung belastet, hiess es weiter. Sie hätten erneut Rezessionssorgen geschürt.


Der Dow-Jones-Index fiel um 0,06 Prozent auf 9.319,83 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index sank um 0,25 Prozent auf 966,31 Zähler. Der NASDAQ Composite-Index stieg um 0,31 Prozent auf 1.334,75 Punkte. Der NASDAQ 100 schloss prozentual unverändert auf 1.726,30 Zählern.


Die Stimmung der US-Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe hatte sich im Oktober überraschend deutlich eingetrübt. Der entsprechende Index sank von 43,5 Punkten im Vormonat auf 38,9 Punkte. Volkswirte hatten mit 41,8 Punkten gerechnet. Die Bauausgaben waren mit 0,3 Prozent im September allerdings weniger stark als erwartet gesunken. Volkswirte hatten mit einem Minus von 0,8 Prozent gerechnet.


Autowerte rückten mit Vorlage der jüngsten Absatzzahlen in den Fokus. Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) verbuchte im Oktober ebenso wie der US-Autobauer Ford in den USA einen kräftigen Absatzeinbruch. Die GM-Aktie sank um 2,25 Prozent auf 5,65 Dollar. Ford-Titel verloren 2,74 Prozent auf 2,13 Dollar.


Bankenwerte notierten relativ unauffällig. Die Investoren hielten sich mit ihrem Engagement in diesem Sektor vor der Wahl des Präsidenten deutlich zurück, sagten Händler. American Express und Citigroup legten mit zweieinhalb und knapp drei Prozent besonders deutlich zu. In der amerikanischen Bankenbranche setzte nach erstem Zögern laut US-Medien ein regelrechter Ansturm auf Hilfen aus dem staatlichen Rettungspaket ein. Rund 1.800 börsennotierte Finanzhäuser würden womöglich Finanzspritzen des Staates beantragen, berichtete das «Wall Street Journal» am Montag unter Berufung auf Vertreter des Finanzministeriums und der Bankenaufsicht.


Die Titel des US-Versicherers American International Group (AIG)stachen unter den Finanzwerten mit plus 12,04 Prozent auf 2,14 Dollar besonders hervor. Händler verwiesen auf den Kursgewinn des Branchenkollegen Hartford Financial Services Group. Dessen Kurs schnellte angesichts nachlassender Sorgen um die Kapitalausstattung um 57,75 Prozent auf 16,28 Dollar in die Höhe. Hartford Financial hatte den Investoren versichert, über eine solide Kapitalbasis zu verfügen.


Aktien von Boeing gewannen trotz eines negativen Analystenkommentars nach anfänglichen Verlusten 1,11 Prozent auf 52,85 Dollar. Die Analysten von Goldman Sachs hatten die Aktie von Boeing auf die «Conviction Sell List» gesetzt und bezifferten das Kursziel mit Sicht auf die kommenden zwölf Monate auf 40 Dollar. Wal-Mart Stores profitierten kaum von einem positiven Expertenkommentar: JPMorgan hatte die Aktie auf «Overweight» hoch gestuft, der Kurs stieg um 0,29 Prozent auf 55,97 Dollar.


Der Internet-Suchmaschinenbetreiber Google erwägt einem Pressebericht zufolge, die angekündigte Kooperation mit Yahoo! bei der Online-Werbung aufzugeben. Google wolle sich nicht von den US-Wettbewerbsbehörden in ein Korsett zwängen lassen, berichtet die «Financial Times» am Montag unter Berufung auf informierte Kreise. Sollte das Geschäft nicht zustande kommen, dürfte die Wahrscheinlichkeit einer Fusion von Yahoo! mit der Time-Warner-Tochter AOL steigen. «Es macht das Geschäft mit AOL wahrscheinlicher», sagte Mark Mahaney, Analyst der Bank Citigroup. AOL und Yahoo! diskutieren seit Wochen über einen Zusammenschluss. Aktien von Google fielen um 3,58 Prozent auf 346,49 Dollar, Yahoo! verloren 0,55 Prozent auf 12,75 Dollar, Time Warner gaben 1,09 Prozent auf 9,98 Dollar nach. (awp/mc/ps/33)

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