USA beharren: G20-Gipfel muss Wachstum stärken

«Ohne derzeitiges Wachstum, werden die Defizite weiter steigen und künftiges Wachstum untergraben», schreibt Geithner im «Wall Street Journal» (Mittwochausgabe).


Wachstum nicht ersticken
Zwar unterstützt Geithner angesichts der jüngsten Turbulenzen die europäischen Ansätze zum Schuldenabbau. Doch zugleich warnt er davor, Wachstum zu ersticken. «Wir müssen eine Verpflichtung zum Abbau langfristiger Defizite demonstrieren, aber nicht um den Preis kurzfristigen Wachstums.» Ko-Autor des Artikels ist Lawrence Summers, ökonomischer Chefberater von US-Präsident Barack Obama. Geithner und Summers warnen, nicht nur die USA dürften die Aufgabe des Wachstums-Motors übernehmen. «Wir müssen sicherstellen, dass die weltweite Nachfrage stark und ausgeglichen ist.» Die globale Nachfrage, die die Weltkonjunktur ankurbelt, «muss auf vielen Pfeilern ruhen».


Obamas Warnung vor übertriebenen Sparmassnahmen
Erst am Dienstag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Obama in einem Telefongespräch versucht, den Konflikt zu entschärfen. Obama hatte in der vergangenen Woche in einem Brief an die Regierungschefs der G20-Mitglieder vor übertriebenen Sparmassnahmen gewarnt. Die Kürzung öffentlicher Ausgaben könne die Erholung der Weltwirtschaft erheblich gefährden. Merkel hatte den deutschen Sparkurs daraufhin verteidigt und vor der nächste Finanzkrise gewarnt, wenn die Schulden nicht eingedämmt würden.


Weitere Themen des G20-Gipfels am Samstag und Sonntag seien schärfere Regeln für die Finanzmärkte sowie die Armutsbekämpfung in der Dritten Welt und die Energiepolitik, schreiben Geithner und Summers. Merkel hatte bereits angekündigt, sie wolle sich trotz internationaler Widerstände für eine Finanztransaktionssteuer einsetzen. (awp/mc/pg/26)

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