USA weichen Bilanzierungsregeln für Wertpapiere auf

Besonders die Finanzbranche begrüsste die Aufweichung und erwartet nun unter dem Strich weniger Verluste. Kritiker warnen dagegen massiv vor weniger Transparenz. In Europa sind Banken ähnliche Erleichterungen bereits seit dem vergangenen Jahr erlaubt. Weltweit einheitliche Standards gibt es nicht. Besonders in der US-Finanzbranche rechnen Experten nun mit deutlich niedrigeren Abschreibungen, als bisher gefordert waren. So könnten Banken und Unternehmen geringere Verluste ausweisen oder mehr Gewinn machen. Die US-Börsen legten in einer ersten Reaktion klar zu.


«Verheimlichung von Verlusten und Risiken»
Zahlreiche Vertreter der Finanzbranche und Politiker in Washington hatten schon lange die Lockerung der Bestimmungen durch das FASB (Financial Accounting Standards Board) gefordert. Kritiker beklagen hingegen, so würden lediglich Verluste und Risiken verheimlicht.


Bessere Banken-Zahlen als bisher erwartet
Die bisherigen Regeln verlangten eine Bewertung der Investments zum gegenwärtigen Marktpreis («mark-to-market-Regel»). Da es etwa für giftige Kreditpapiere in der Krise praktisch keine Käufer mehr gibt und der Preis damit gegen Null geht, mussten Banken und Unternehmen drastische Abschreibungen vornehmen. Nun sollen sie bei der Bewertung neben dem Marktpreis auch andere Kriterien anwenden dürfen. Analysten erwarten nun bereits für die in den nächsten Wochen vorliegenden Zahlen zum ersten Quartal deutlich bessere Zahlen der Banken als bislang erwartet. Viele Häuser mussten bisher in der Krise zweistellige Milliardensummen für faule Investments abschreiben. (awp/mc/pg/01)

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