Vereinigte Arabische Emirate treten aus Opec aus

Vereinigte Arabische Emirate treten aus Opec aus
Opec-Hauptsitz in Wien. (Foto: Opec)

Abu Dhabi – Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) treten mit Wirkung zum 1. Mai aus der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) aus. Hintergrund sei eine gründliche Abwägung auch mit Blick auf die andauernden «Störungen im Persischen Golf und der Strasse von Hormus», heisst es in einer Erklärung der staatlichen Nachrichtenagentur WAM.

«Die Entscheidung folgt auf eine umfassende Prüfung der Produktionspolitik der VAE und der aktuellen und zukünftigen Kapazitäten», hiess es. «Sie wird getrieben von nationalen Interessen und dem Ziel des Landes, aktiv zu den dringenden Bedürfnissen des Marktes beizutragen.»

Die Ankündigung folgt rund zwei Monate nach Beginn des Kriegs der USA und Israels mit dem Iran, bei dem die Emirate aus Vergeltung Teherans besonders stark mit Drohnen und Raketen angegriffen wurden. Die faktische Blockade der Strasse von Hormus hat die Möglichkeiten für die Emirate, Öl zu exportieren, stark reduziert. Die grossen Einnahmen aus dem Ölexport haben dem Land seit den 1960er Jahren zu viel Wohlstand und Macht verholfen.

Die «Störungen» in der Strasse von Hormus würden die Lieferungen zwar beeinträchtigen, zugleich deuteten Trends mittel- und langfristig aber auf einen weiterhin steigenden globalen Energiebedarf hin. Man wolle flexibler auf Marktdynamiken reagieren und trotzdem «bedacht und verantwortungsvoll» zu dessen Stabilität beitragen.

Die Emirate gehörten bislang zu den grössten Ölproduzenten der zwölf Opec-Staaten. Bevor der Krieg im Nahen und Mittleren Osten die Fördermengen einbrechen liess, wurde in den Emiraten im März noch 3,4 Millionen Barrel Öl (je 159 Liter) pro Tag gepumpt – mehr als 16 Prozent der gesamten Opec-Produktion. Bis 2027 ist eine Produktion von 5 Millionen Barrel angestrebt.

Die Vereinigten Arabischen Emirate gehörten bislang auch zur Kerngruppe der Opec+, einem breiteren Bündnis von Ölförderländern unter der Führung von Saudi-Arabien und Russland, das stabile Preise sichern und Überkapazität im Markt verhindern soll. Auch aus dem Bündnis Opec+ tritt der Golfstaat aus.

Anfang 2019 hatte der regionale Nachbar Katar die Opec bereits verlassen mit der Begründung, als weltweit führender Gasexporteur gebe es keinen Grund mehr für eine Mitgliedschaft. (awp/mc/ps)

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