Victoria-Jungfrau Collection: Konzerngewinn unter Vorjahr

Auf den Einbruch bei den Gästezahlen soll mit Kostensenkungen reagiert werden. Die Anzahl Logiernächste in den vier Hotels sank in der Berichtsperiode um 10,2% auf 163’321, der Umsatz fiel dagegen lediglich um 1,0% auf 93,6 (94,5) Mio CHF, wie die Hotelgruppe am Dienstag mitteilte. Der Bruttobetriebserfolg (GOI) wurde mit 43,7 Mio CHF (-0,7%) angegeben, in Prozent des Umsatzes waren es 46,7 (46,6)%.


Konzerngewinn um 41,5 Prozent eingebrochen
Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA ging um 3,4% auf 15,66 Mio CHF zurück, entsprechend die Marge auf 16,7 (17,2)%. Beim EBIT war das Minus 10,6% auf 7,14 Mio CHF, was eine Abnahme der Marge auf 7,6 (8,5)% zur Folge hatte. Der Konzerngewinn sank deutlicher, und zwar um 41,5% auf 3,77 Mio CHF.


«2008 zusehends eingetrübt»
Das vergangene Jahr habe sich neun Monate lang von einer vorwiegend heiteren Seite präsentiert, sich jedoch unter dem Einfluss der Finanzkrise und der einsetzenden globalen Rezession zusehends eingetrübt. «Über zwei Drittel des Jahres befanden wir uns auf Kurs, eine Korrektur bekamen wir erst gegen das Jahresende zu spüren», heisst es dazu. Der Abschluss sei dennoch «erfreulich», ebenso die Eigenkapitalquote von nahezu 50%. Der Generalversammlung vom 22. Mai wird die Ausschüttung einer etwas tieferen Dividende von 5,00 (6,00) CHF pro Aktie oder 5 (6)% vorgeschlagen.


Victoria-Jungfrau Interlaken: Umsatz über Vorjahr
Das Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa in Interlaken konnte den Angaben zufolge einen leicht höheren Jahresumsatz von 42,94 Mio CHF (+0,2%) erzielen, obwohl sich die Zahl der Übernachtungen um 4,7% auf 74’795 reduzierte. Den Rückgang hätten primär die Individualgäste ausgelöst, deren Frequenz sich insbesondere im letzten Quartal abgeschwächt habe. Beim Palace Luzern ging die Zahl der Zimmernächte um 14,7% auf 26’756 zurück. Die Einbusse sei dabei zum grössten Teil durch den starken Buchungsrückgang bei den Incentives aus den USA verursacht worden.


EURO 08 drückt aufs Geschäft 
Das Eden au Lac in Zürich habe sich bis zur EURO 08 im Juni umsatzmässig auf Rekordkurs befunden. Während der EURO 08 und in der zweiten Jahreshälfte habe sich das Geschäft jedoch abgeschwächt, der Gesamterlös sank gegenüber dem Vorjahr um 8,6% auf 8,33 Mio CHF. Verantwortlich für die Einbusse sei vor allem die Restauration gewesen, heisst es weiter. Das Bellevue Palace in Bern habe 2008 den Eintritt in die Gewinnzone geschafft. Der Turn around sei eine Folge des Wandels vom ehrwürdigen Palace zum unkomplizierten Grand Hotel, heisst es dazu. Der Umsatz konnte um 5,9% auf 21,84 Mio CHF gesteigert werden.


Vorsichtig optimistischer Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr gibt sich das Unternehmen trotz Krise vorsichtig optimistisch. Das weltweite Umfeld sei derzeit auch für die Hotellerie «alles andere als heiter», meint die Gruppe zwar, man werde «den Herausforderungen jedoch auch dieses Mal gewachsen sein und ihnen mit bewährten Massnahmen begegnen».


Stringente Kostenüberwachung
Dazu zählten eine rollende Planung, eine stringente Kostenüberwachung, die Intensivierung von Personalschulungen und Renovierungen zur Vorbereitung auf den nächsten Aufschwung sowie die unablässige Pflege der eigenen Stärken. Die Effizienz- und Kostenvorteile der Gruppenstruktur und die komfortable Eigenkapitalausstattung sollten sich auf die Ergebnisentwicklung 2009 «ebenfalls günstig auswirken». (awp/mc/ps/02)

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