Vögele schreibt weiter rote Zahlen

Insgesamt lag der Reinverlust bei 7,1 (VJ -2,3) Mio CHF, wie das Bekleidungsunternehmen am Montagabend mitteilte. Der EBITDA sank auf 35,2 (37,8) Mio CHF. Dank verbesserter Bruttogewinn-Marge, Fremdwährungsabsicherungen und konsequentem Kostenmanagement, habe die EBITDA-Marge von 6,0% gehalten werden können. Nach Abzug der Abschreibungen resultierte ein positives Betriebsergebnis (EBIT) von 4 Mio CHF und lag damit 2,5 Mio CHF unter dem Vorjahreswert. Der Bruttoumsatz betrug 690,0 (743,0) Mio CHF und der Nettoumsatz 584,4 (VJ 630,5) Mio CHF.


Restbestände mit Zusatzrabatten verkauft
Erwartungsgemäss habe sich der Abverkauf der restlichen Altware schwierig gestaltet. Mit zusätzlichen Preisnachlässen hätten jedoch die Restbestände grösstenteils verkauft werden können. Diese blockierten Verkaufsfläche und Ressourcen, wie es hiess. Der Umsatz mit aktueller Ware konnte währungsbereinigt um 4% gesteigert werden. Zudem wurde im Berichtshalbjahr das Filialportfolio bereinigt: 12 Neueröffnungen standen 25 Schliessungen gegenüber. Es umfasste per Ende Juni 844 Filialen.


Euroschwäche belastet
Die Absatzmärkte der Charles Vögele Gruppe liegen zu rund zwei Dritteln im Euro-Raum. Vor allem die anhaltende Euroschwäche belastete den Umsatz mit 22 Mio CHF bzw. 3%. Währungsbereinigt reduzierte sich der Bruttoumsatz um 4%. Die Eigenkapitalquote habe sich von 59% auf 63% verbessert. Die Nettoverschuldung lag mit 18 Mio CHF praktisch unverändert gegenüber Ende 2009. Die Warenvorräte konnten vor allem durch den weiteren Abbau von Altware auf den historisch tiefen Wert von 143 Mio CHF reduziert werden.


Sparkurs
Die eingeleiteten Massnahmen zur Unternehmenssanierung wirkten sich insbesondere in der Distributionslogistik aus. Im Zusammenhang mit dem Abbau von Altwarenlagern hätten rund 10 Mio CHF eingespart werden können. Der im vergangenen Jahr aufgrund des Abbaus der Altware vorübergehend reduzierte Werbeaufwand wurde infolge der Emotionalisierung des Marketings im ersten Halbjahr um 7 Mio CHF erhöht. Der Währungseffekt trug 9 Mio CHF bei. Insgesamt konnte der Betriebsaufwand um 11 Mio CHF auf 346 Mio CHF reduziert werden.


Absatzmärkte: Erste Erholungszeichen
Die Änderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sind nach Aussage des Managements in vollem Gange und werden noch bis 2012 andauern. In der Übergangsphase sollen sich die eingeleiteten Massnahmen in erster Linie positiv auf der Kostenseite auswirken. Die Verbesserung der Ertragssituation werde sich aufgrund der aktuellen Portfoliobereinigung und der Imagekorrektur mittelfristig einstellen, heisst es in der Mitteilung. Erste Anzeichen der Erholung auf den Absatzmärkten seien vorhanden. Dennoch bleibe das Marktumfeld schwierig. Verschärft werde die Situation durch ungünstige Währungskurse speziell im Euro-Raum. Auch sei die Situation auf den Beschaffungsmärkten im asiatischen Raum instabil. Für den weiteren Geschäftsverlauf geht Vögele davon aus, im Gesamtjahr ein positives Konzernergebnis und mittelfristig eine EBITDA-Marge von 10% zu erwirtschaften. (awp/mc/ps/30) 

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