Von Roll: Aktionärsgruppe von Finck sieht EBK-Voruntersuchung gelassen entgegen

«Die Gruppe der Familie von Finck besitzt 31,55% der Aktien», sagte Andreas Bantel, Sprecher der Familie von Finck, auf Anfrage von AWP. Der Aktionärsgruppe liege derzeit ein Schreiben der EBK vor, in dem die Aufsichtsbehörde lediglich die Besitzverhältnisse erfrage. «Wir arbeiten eng mit den zuständigen Stellen zusammen», betonte Bantel.


Voruntersuchungen, aber keine Ermittlung
EBK-Sprecher Alain Bichsel bestätigte, dass es so genannte Voruntersuchungen gibt. Diese seien jedoch ‹ergebnisoffen› und hätten nicht den Charakter einer Ermittlung. «Es geht nicht um die Meldepflicht direkt», sagte Bichsel zudem und widersprach damit einem Zeitungsartikel. Dort hiess es, die EBK ermittle nach wie vor wegen einer möglichen Verletzung der Meldepflichten gegen die Aktionärsgruppe von Finck. Der EBK-Sprecher merkte an, die Voruntersuchungen hingen nicht mit der ausserordentlichen Generalversammlung (ao GV) zusammen. Derzeit sollten lediglich Sachverhalte dargestellt werden.


Aktienverschiebung innerhalb der Familie
Nach Darstellung von Bantel hat es zuletzt lediglich innerhalb der Familie von Finck eine Aktienverschiebung gegeben. So habe Luitpold von Finck seine Aktien an andere Familienmitglieder verkauft. Der Aktienanteil an Von Roll sei dabei aber nicht erhöht worden. «Das Ganze war ein Nullsummenspiel», so Bantel.


Wirtschaftliche Perspektiven Ausschlag gebend
Nach der vergangenen ao GV, bei der die von der Familie von Finck vorgeschlagenen Verwaltungsräte jeweils mehr als 58% der Stimmen erhalten hatten, waren Stimmen laut geworden, dass es zu unerlaubten Gruppenbildungen gekommen sei. Aus Sicht des Grossaktionärs bauten die Institutionellen jedoch auf die wirtschaftlichen Perspektiven, die die Familie von Finck biete. Auf diese Weise sei die klare Mehrheit zustande gekommen, so Bantel.


Neuer VR konstituiert sich am Donnerstag
Am Donnerstag gibt es eine konstituierende Sitzung des neuen Von-Roll-Verwaltungsrats. Vier der bisherigen Mitglieder verlassen das Gremium, auch der bisherige CEO wirft das Handtuch. Die Aktionäre hatten im Rahmen der ao GV zu Wochenbeginn dagegen den ehemaligen Oerlikon-Konzernchef Thomas Limberger, Guido Egli und Peter Kalantzis – Konzernchef und Verwaltungsratspräsident der von der von Finck-Familie kontrollierten Mövenpick – sowie den Deutschen Gerd Amtstätter in den VR gewählt. Wer neuer VR-Präsident werden und wer den Posten des CEO übernehme soll, darüber gibt es bislang nur Spekulationen. «Es ist unsere Absicht, die konstituierenden Fragen rasch möglich zu klären», sagte Bantel dazu. (awp/mc/pg)

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