VW-Affäre: Piëch gerät unter Druck

Im Prozess gegen Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert und den früheren Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer vor dem Landgericht Braunschweig beantragte die Staatsanwaltschaft am Montag die Vernehmung von drei weiteren Zeugen, darunter Ex-Finanzvorstand Bruno Adelt und der heutige Audi-Chef Rupert Stadler. Dabei geht es darum, ob Piëch von Unregelmässigkeiten gewusst hat. Piëch hat eine Verwicklung in den Skandal bisher stets bestritten.


Ominöse Kostenstelle
Adelt soll laut Staatsanwaltschaft Piëch zwischen 1997 und 2002 auf eine ominöse Kostenstelle hingewiesen haben, unter der etwa Lustreisen abgerechnet wurden. Daraufhin soll Piëch dem damaligen Leiter seines Sekretariats, den heutigen Audi-Chef Rupert Stadler, eine Überprüfung der Kostenstelle angeordnet haben. Oberstaatsanwalt Ralf Tacke sagte, es sei «lebensnah», dass Piëch über ein Ergebnis der Überprüfung informiert worden sei. Damit aber wäre Piëch über die Kostenstelle informiert gewesen, über die ohne Kontrolle etwa Lustreisen auf Firmenkosten abgerechnet wurden.


Piëch «derzeit» nicht beschuldigt
 Piëch sei aber «derzeit» kein Beschuldigter in der VW-Affäre, sagte Tacke. Sollten sich aber aus den Zeugenvernehmungen konkrete Anhaltspunkte ergeben, käme ein Ermittlungsverfahren gegen Piëch in Betracht. Die Aufklärung des Sachverhalts könne sich strafmildernd auf Volkert und Gebauer auswirken. Sie sind wegen Untreue und Anstiftung zur Untreue angeklagt. (awp/mc/ps)

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