VW erwägt Erhöhung des MAN-Anteils – Übernahmepoker um Scania

Die Wolfsburger wollten ihren rund 15-prozentigen Anteil an dem Münchner Maschinenbau- und Nutzfahrzeug-Unternehmen aufstocken, berichtet die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» (Montagausgabe) unter Berufung auf Konzernkreise.


Keine Stellungnahme von VW
Das Kartellamt sei bereits um eine Unbedenklichkeitserklärung gebeten worden, falls VW die Marke von 25 Prozent überspringe. Wesentlich höher werde man aber nicht gehen. VW ist Hauptaktionär sowohl von MAN als auch von Scania. VW wollte auf Anfrage keine Stellung zu dem Pressebericht nehmen. Eine Sprecherin des Bundeskartellamtes sagte: «Uns liegt bisher keine Fusionsanmeldung von VW vor.» Die VW-Aktie gewann bis zum frühen Mittag 0,23 Prozent auf 70,42 Euro, während das MAN-Papier deutlich nachgab.


VW spielt verschiedene Varianten durch
Die Zeitung berichtet, VW habe eine Übernahme von MAN ausgeschlossen, spiele aber offenbar andere Varianten durch. So könne man sich eine Holding vorstellen, in die alle drei Unternehmen ihr Lkw-Geschäft einbringen, verlaute aus Aufsichtsratskreisen. MAN lehne einen solchen eigenständigen Konzern aber strikt ab, weil er praktisch eine Zerschlagung des Traditionsunternehmens bedeute.


Annahme des nachgebesserten Angebots möglich
Auch für Scania, wo man sich gegen eine Zusammenarbeit bislang sperre, hätten die Aufseher eine Botschaft. Nachdem das Kaufangebot von MAN für die Scania-Aktien bislang kategorisch abgelehnt worden sei, sei jetzt die Annahme des nachgebesserten Angebots ausdrücklich möglich. Sollten andere Scania-Aktionäre verkaufen und nur noch die VW-Anteile fehlen, um MAN die angestrebten 90 Prozent der Scania-Stimmrechte zu sichern – dann würde auch VW verkaufen, berichtet die Zeitung.


Zusammenschluss der Unternehmen MAN und Scania zum Ziel
Im milliardenschweren Übernahmepoker um den schwedischen Lkw-Hersteller Scania hatte «Königsmacher» Volkswagen dem MAN-Konzern am Sonntag Unterstützung signalisiert. Volkswagen würde ein Gegenangebot von Scania derzeit nicht unterstützen, hatte der Autobauer nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats in Wolfsburg mitgeteilt. Eine einvernehmliche Lösung binnen vier Wochen sei weiterhin «wünschenswert». Diese könne nur den Zusammenschluss der Unternehmen MAN und Scania zum Ziel haben. (awp/mc/ab)

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