Wacker Chemie auf Kurs zu Rekordjahr, Prognose für 2007 präzisiert

«Die Neun-Monats-Zahlen sind eine hervorragende Basis, um 2007 wiederum neue Bestmarken bei Umsatz und Ertrag zu setzen», sagte Wacker-Chef, Peter-Alexander Wacker, am Donnerstag laut Mitteilung. Das dritte Quartal belege erneut die operative Stärke des Konzerns. Die Zusätzlichen Volumina aus den Wachstumsprojekten werden Wacker zufolge jetzt schrittweise umsatz- und ergebniswirksam.

Analystenerwartungen deutlich übertroffen
Bei allen Kennzahlen übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich. Für das Gesamtjahr zeigte sich Wacker weiter optimistisch und konkretisierte die Umsatz- und Ertragsprognose. Für 2007 sei nun ein Umsatzwachstum um 14 Prozent auf knapp 3,8 Milliarden Euro zu erwarten. Bislang war ein Wachstum von mehr als zehn Prozent in Aussicht gestellt worden. Die EBITDA-Marge dürfte 2007 rund 26 (23,6) Prozent betragen. Bisher war lediglich von einer Margenverbesserung die Rede.

Deutliche Mengensteigerung und höhere Preise
Grund für das überproportionale Ertragssprung im dritten Quartal seien vor allem deutliche Mengensteigerungen sowie höhere Preise. Im Konzern erhöhte sich die Profitabilität gemessen an der EBITDA-Marge im dritten Quartal auf 28,2 (25,4) Prozent. Die anhaltend hohe Nachfrage nach vielen Produkten bei gleichzeitig erheblich höheren Produktionsmengen sei die wesentliche Ursache für den starken Geschäftsverlauf, hiess es. Mengensteigerungen (+10%) und teilweise höhere Preise (+6%) hätten die Folgen des starken Euro (-4%) sowie höhere Rohstoffkosten mehr als ausgeglichen.

EBITDA um 24% gesteigert
Bei einem Umsatzanstieg um 12 Prozent auf 958,5 Millionen Euro, erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 24 Prozent doppelt so kräftig auf 269,9 Millionen Euro. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um 27 Prozent auf 120,6 Millionen Euro. Alle Kennzahlen lagen deutlich über den Analysten-Erwartungen. Die befragten Experten hatten 106 Millionen Euro Gewinn bei Umsätzen von 942 Millionen und einem EBITDA von 241 Millionen Euro erwartet. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 186,8 (+34%) Millionen deutlich über den Erwartungen von 156 Millionen Euro.

Händler und Analysten positiv
Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv. Die Titel legten in den ersten Handelsminuten in einem schwachen Gesamtmarkt leicht zu. Händler und Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen positiv überrascht: Die Zahlen seien deutlich besser als erwartet ausgefallen. «Das sollte der Aktie auch in dem schwach erwarteten Markt nach oben verhelfen, insbesondere nachdem das zweite Quartal eine herbe Enttäuschung war», sagte ein Händler. Auch ein Analyst äusserte sich positiv: Auf den ersten Blick seien alle Zahlen viel besser als erwartet ausgefallen. «Der einzige Dämpfer könnte der Bahnstreik im Güterverkehr sein, da Wacker viele seiner Rohstoffe per Bahn erhalte», sagte der Experte.

Polysilicone mit stärkstem Wachstum
Das stärkste Wachstum verzeichnete im dritten Quartal Polysilicone. Der Vergleichswert des Vorjahres wurde beim EBITDA um 53 Prozent auf 49,4 Millionen Euro übertroffen. Der Umsatz erhöhte sich um 57 Prozent auf 126 Millionen Euro. Auch Silicones (Silikongeschäft) konnten das EBITDA um acht Prozent steigern bei einem Umsatzwachstum von sechs Prozent. Dagegen übertrafen Wacker Polymers (Kunststoff) und Wacker Fine Chemicals (Feinchemie) die Vorjahreswerte nur leicht. Der grösste Ergebnisbeitrag kommt trotz Abschwächungstendenzen im Vergleich zum Vorquartal von Siltronic. Das EBITDA erhöhte sich um 17 Prozent auf 115,0 Millionen Euro, während der Umsatz um neun Prozent auf 360,2 Millionen Euro zulegt. Grund für die Abschwächung zum Vorquartal sei der planmässige Produktionsstopp in der 300 mm-Waferfertigung in Burghausen. Der Rückgang des Absatzes mit 300 mm-Wafern sei unter anderem durch höhere Verkäufe von Silicium-Einkristallen an die Solarindustrie teilweise kompensiert worden.

(awp/mc/hfu)

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