Winterkorn wird VW-Chef – Aufstockung der Investitionen

Die Kontrolleure beschlossen ausserdem das Ausscheiden von Bernd Pischetsrieder aus dem Vorstand zum 31. Dezember 2006. Pischetsrieder wird weiterhin für VW tätig sein und Aufgaben im Interesse des Konzerns wahrnehmen, hiess es am Freitag. Über die Nachfolge Winterkorns an der Audi-Spitze werde der Aufsichtsrat der VW-Tochter zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, hiess es weiter.


Einvernehmliche MAN/Scania Lösung angestrebt
Im Übernahmepoker zwischen MAN und Scania bestätigte der VW-Aufsichtsrat seine Beschlüsse vom 15. Oktober. VW strebt demnach weiter eine einvernehmliche Lösung an, sei aber erforderlichenfalls bereit, andere Wege zu gehen. Ursprünglich hatte VW die beiden Lkw-Bauer aufgefordert, sich bis zu diesem Freitag zu einigen. Die Verhandlungen hatten bisher aber zu keinen Ergebnissen geführt.


Alle Alternativen Möglichkeiten vorbehalten
Zugleich erneuerte der VW-Aufsichtsrat seine Bereitschaft, den Münchnern die eigenen Scania-Papiere anzubieten, wenn MAN dadurch auf 90 Prozent der Anteile käme. MAN hatte am Donnerstag sein 10,3 Milliarden Euro schweres offizielles Übernahmeangebot für den schwedischen Wettbewerber vorgelegt. Dabei strebt MAN eine Annahmequote von 90 Prozent an. Die Annahmefrist läuft vom 20. November bis 11. Dezember. Sollte das Angebot einen «erkennbar erfolglosen Verlauf» zeigen, so behalte sich Volkswagen aber «alle Alternativen Möglichkeiten» hiess es weiter.


Finanz- und Investitionsplanung beschlossen
Zudem beschloss der VW-Aufsichtsrat die Finanz- und Investitionsplanung des Konzerns für die Jahre 2007 bis 2009. Demnach will der Konzern in den drei Jahren im Bereich Automobile 24,7 Milliarden Euro investieren. Allein 17,7, Milliarden sollen dabei auf Sachinvestitionen entfallen, darunter 10,7 Milliarden Euro in Deutschland.


Erweiterung und Modernisierung der Produktpalette
Den grössten Teil, insgesamt 11,8 Milliarden Euro, will VW für die Erweiterung und Modernisierung der Produktpalette aufwenden. Schwerpunkt seien Nachfolgemodelle und Modellvarianten in nahezu allen Fahrzeugklassen. «Damit setzt der Volkswagen-Konzern seine Modelloffensive zur weiteren Abdeckung der Märkte konsequent fort», hiess es in der Mitteilung aus Wolfsburg. Geplant sei zudem die Umstellung der eigenen Dieselmotoren auf die Common-Rail-Technologie.


Bau des VW-Werkes in Indien bestätigt
Zudem bestätigte der Aufsichtsrat den geplanten Bau eines eigenen VW-Werkes in Indien. Standort solle der Bundesstaat Maharashtra im Westen des Landes sein. Der Konzern unterhält hier bereits ein Skoda-Werk, das jährlich 25.000 Autos für den indischen Markt produziert. In der zweiten Hälfte 2009 soll an dem neuen Standort die Produktion eines Kleinwagen-Modells aufgenommen werden. 2.500 Arbeitsplätze sollen in dem neuen Werk entstehen. (awp/mc/ab)

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