Wirtschaftsregion Basel: Pharma-Metropole am Tor zur Schweiz

Früh siedelten sich auch verschiedene Unternehmen der chemischen Industrie an. Der Strukturwandel und die starke Fokussierung auf die Life Sciences, insbesondere die Pharmaindustrie, machten die Region Basel in der jüngeren Vergangenheit zur wachstumsstärksten Region der Schweiz. 


Hohe Produktivität dank chemisch-pharmazeutischer Industrie
Mit einem Flächenanteil von etwas über einem Prozent der gesamten Schweiz ist die Region Basel klar die kleinste aller sieben grossen Schweizer Wirtschaftsregionen. Infolge der hohen Bevölkerungsdichte ist der Bevölkerungsanteil jedoch deutlich höher (6%). Noch grösser ist die wirtschaftliche Bedeutung der Region Basel: Dank der hohen Zahl von Zupendlern aus den Nachbarkantonen und auch aus dem Elsass und Südbaden beträgt der Anteil an den Erwerbstätigen in der Schweiz rund 7 Prozent. Eine klar überdurchschnittliche Produktivität – vor allem eine Folge der markanten Präsenz der hochproduktiven Life-Sciences-Industrie – führt schliesslich zu einem Anteil am nationalen Bruttoinlandsprodukt von über 9 Prozent.


Überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum
Von 1990 bis 2007 ist die Wirtschaft in der Region Basel deutlich überdurchschnittlich gewachsen. Schon in den neunziger Jahren zeigte sich die Wirtschaft der Halbkantone sehr wachstumsstark. Vor allem aber in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende, während die Gesamtschweiz nur ein sehr geringes Wachstum aufwies, expandierte die Basler Wirtschaft mit weiterhin sehr hohen Zuwachsraten. Während die Region Basel wirtschaftlich prosperiert, verläuft die Bevölkerungsentwicklung schleppend. Die Bevölkerung wächst vorwiegend in den angrenzenden Regionen, was sich unter anderem in einer hohen, stetig wachsenden Zahl von Grenzgängern bemerkbar macht.


Regional breit abgestützt
Das Wirtschaftswachstum der Region Basel ist kommunal sehr breit abgestützt ist. Neben der Stadt Basel und dem Unterbaselbiet – wo die Life Sciences stark präsent sind – weisen von 1990 bis 2007 auch zahlreiche Gemeinden im Raum Liestal, im Waldenburgertal und im Laufental ein hohes Wirtschaftswachstum auf. Die von BAK Basel Economics entwickelten makroökonomischen Kennzahlen auf Gemeindeebene zeigen: Während das Wachstum im Raum Liestal vor allem auf dem öffentlichen Sektor und anderen Dienstleistungsbranchen basierte, entwickelte sich das Waldenburgertal zu einem Kompetenzzentrum für die Präzisionindustrie (Medizinaltechnik, Uhren). Das Laufental wiederum konnte insbesondere in der Nahrungsmittelindustrie und im Grosshandel deutlich zulegen. Differenzierter ist das Bild beim Bevölkerungswachstum. In den meisten Gemeinden der Agglomeration Basel hat die Bevölkerungszahl seit 1990 stagniert. Dasselbe gilt für Liestal und die direkt anliegenden Gemeinden in der Talebene. Die grössten Bevölkerungszunahmen sind in den eher peripher gelegenen Gemeinden des Laufentals, des Birsigtals sowie auf den Jurahöhen des Oberbaselbiets zu beobachten.


Life Sciences auch in Zukunft für die Region Basel matchentscheidend
Mit ihrem hohen Anteil wird die Entwicklung der Life Sciences auch in Zukunft die Gesamtwirtschaft der Region Basel zu grossen Teilen bestimmen. Auch wenn die herausragenden Expansionsraten der jüngeren Vergangenheit kaum mehr erreicht werden dürften, erwartet BAK Basel Economics, dass die Life Sciences auch in Zukunft in der Region Basel einen klar positiven Wachstumsbeitrag generieren werden. Hierfür bürgen nicht zuletzt auch die enormen Investitionen, welche die Unternehmen zur Zeit in der Region Basel tätigen oder noch planen (u.a. Novartis-Campus, Roche-Turm, Schweizerhalle).


Weiterhin überdurchschnittliches Wachstum
Auch gemäss den aktuellen Wirtschaftsprognosen von BAK Basel Economics darf sowohl im laufenden wie auch im kommenden Jahr – trotz einer deutlichen Wachstumsabschwächung – von einem im nationalen Vergleich überdurchschnittlichen Wachstum ausgegangen werden. Dank der relativ konjunkturresistenten Life-Sciences-Industrie dürfte sich der Wachstumsvorsprung auf die restliche Schweiz im kommenden Jahr sogar noch etwas erhöhen.


Gesamter Artikel
Dieser Artikel ist Teil einer Serie in der SECO-Zeitschrift «Die Volkswirtschaft» über die Schweizer Wirtschaftsregionen. Innerhalb der Serie werden die Wirtschaftsstrukturen, die Wettbewerbsfähigkeit und die spezifischen Eigenschaften der sieben BAK-Grossregionen analysiert. (bak/mc/ps)


 


 

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