Yukos-Insolvenzverwalter bestätigt Kaufinteresse der Deutschen Bank

Der Aufsichtsrat von Yukos habe ihn über einen entsprechenden Brief der Bank in Kenntnis gesetzt. «Solche Papiere sind eingetroffen. Ich habe mich aber nicht mit den Einzelheiten beschäftigt», sagte Rebgun am Montag nach Angaben der Wirtschaftsagentur RBC in Moskau. Der Insolvenzverwalter kündigte an, die vom Staat auf knapp 14 Milliarden Euro geschätzten Yukos-Vermögenswerte in Kürze zu inventarisieren.


Brief an Geraschtschenko
Mitte Oktober hatte der Yukos-Aufsichtsratsvorsitzende und frühere Chef der russischen Zentralbank, Viktor Geraschtschenko, mitgeteilt, die Deutsche Bank habe Interesse an der Übernahme der Vermögenswerte sowie der auf 14,5 Milliarden Euro bezifferten Schulden von Yukos gezeigt. Dies war vom Yukos-Mehrheitseigner GML, ehemals Menatep, dementiert worden. Nach einem Bericht der Zeitung «Handelsblatt» bestätigte die Deutsche Bank lediglich einen Brief an Geraschtschenko vom 27. September, mit dem sie sich «Informationen über das Yukos-Eigenkapital» habe beschaffe nwollen. Die Moskauer Tageszeitung «Kommersant» äusserte die Vermutung, die Deutsche Bank agiere für den zunehmend im Ölgeschäft aktiven Gasförderer Gazprom.


Insolvenzverfahren gegen Yukos
Das Insolvenzverfahren gegen Yukos war im August eröffnet worden. Die Gläubiger, vor allem die Steuerbehörden und der kremlnahe Konkurrent Rosneft, beanspruchen 14,5 Milliarden Euro. Die Investmentbank Aton Capital schätzt den realen Restwert von Yukos auf 29 Milliarden Euro. Yukos hält noch Aktienpakete an Ölförderern und besitzt grosse Raffinerien sowie das zweitgrösste Tankstellennetz des Landes. Der einstige Yukos-Besitzer Michail Chodorkowski war im Vorjahr nach einem umstrittenen Verfahren zu acht Jahren Lagerhaft wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt worden. (awp/mc/gh)

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