ABB mit etwas mehr Reingewinn in Q1

Ulrich Spiesshofer
ABB-CEO Ulrich Spiesshofer. (Foto: ABB)

ABB-CEO Ulrich Spiesshofer. (Foto: ABB)

Zürich – Der Industriekonzern ABB hat im ersten Quartal 2015 den Auftragseingang in etwa stabil gehalten, dies vor allem dank einiger Grossaufträge. Bereinigt um die Währungseinflüsse durch den starken US-Dollar und um Devesitionseffekte ergab sich indes ein zweistelliges Plus. Auch das operative Ergebnis wurde von negativen Währungs- sowie von Veräusserungseffekten belastet. Die Marktsituation für ABB präsentiert sich nach wie vor schwierig, entsprechend vorsichtig ist auch der Ausblick. ABB sieht ein uneinheitliches Szenario und spricht von zunehmenden Unsicherheiten.

Der Auftragseingang reduzierte sich leicht um 0,4% auf 10,40 Mrd USD. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich hingegen ein Plus von 15%. Die Aufwertung des US-Dollars gegenüber der Vorjahresperiode führte beim gebuchten Auftragseingang zu einem negativen Umrechnungseffekt von 13%, während sich Veräusserungen mit 2% positiv auswirkten, wie ABB am Mittwoch mitteilt. Der Auftragsbestand lag bei 25,5 Mrd USD, nach 24,9 Mrd per Ende 2014.

Grossaufträge stützen Auftragseingang
Die Basisaufträge unter 15 Mio USD blieben dabei insgesamt stabil. Während sie in vier Divisionen höher ausfielen, bremste der Rückgang in der Division Prozessautomation. Dies sei vor allem auf die verringerten nicht betriebsnotwendigen Ausgaben in der Öl- und Gasindustrie zurückzuführen. Die Grossaufträge haben sich dagegen – angeführt von den Divisionen Energietechniksysteme und Prozessautomation – gegenüber der Vorjahresperiode mehr als verdoppelt. Sie machten im abgelaufenen Quartal 23% des Auftragseingangs aus, nach 12% vor einem Jahr.

Der Umsatz reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 10% auf 8,56 Mrd (ber. +3%). Die Entwicklung der Nachfrage habe die anhaltenden makroökonomischen Unsicherheiten und die Herausforderungen in den meisten Märkten widergespiegelt, heisst es zum Geschäftsverlauf im ersten Quartal. Versorgungsunternehmen hätten sich mit Investitionen insgesamt weiter zurückgehalten, jedoch einige gezielte Aufträge vergeben, wie beispielsweise für Stromübertragungsprojekte zur Verbindung von Stromnetzen und zur Integration erneuerbarer Energiequellen.

Der operative EBITA ging um 9% auf 0,95 Mrd USD zurück, während sich auf vergleichbarer Basis ein Plus von 5% ergab. Die operative EBITA-Marge, an welcher sich ABB ab diesem Jahr neu messen lassen will, legte gegenüber dem Vorjahr indes um 10 Basispunkte auf 11,1% zu. Als mittelfristigen Zielwert für diese Marge hat das Unternehmen eine Spanne von 11 bis 16% formuliert. Die Verbesserung auf vergleichbarer Basis sei hauptsächlich auf die durch das «Step Change»-Programm verbesserte Performance der Division Energietechniksysteme zurückzuführen.

Dass die Marge praktisch stabil geblieben sei, begründet ABB mit regionalen oder segmentspezifischen Effekten in den anderen Divisionen, welche die Verbesserungen in der Division Energietechnik-Systeme aufgehoben hätten. Ausschlaggebend seien hier die Verringerung nicht betriebsnotwendiger Ausgaben im Öl- und Gassektor und der Konjunkturabschwung in einigen Ländern wie Russland gewesen.

Der Reingewinn schliesslich stieg um 4% auf 564 Mio und der Cashflow aus Geschäftstätigkeit war mit 53 Mio USD positiv, nach einem negativen Wert von 45 Mio im Vorjahr.

Vorsicht dominiert Ausblick
«Wir haben ein solides Quartalsergebnis vorgelegt», wird in der Mitteilung CEO Ulrich Spiesshofer zitiert. Weitere Fortschritte sieht Spiesshofer im Rahmen des «Step Change»-Programms bei der Neuausrichtung der Sparte Energietechniksysteme. Ein herausforderndes Marktumfeld und Absatzmix-Effekte, etwa bei Öl und Gas, hätten indes die Margen der anderen Unternehmensbereiche belastet.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015 bleibt ABB vorsichtig. Kurzfristig würden makroökonomische und geopolitische Entwicklungen auf ein uneinheitliches Szenario mit zunehmenden Unsicherheiten hinweisen, heisst es. Einige makroökonomische Signale in den USA seien weiter positiv. In China dürfte sich das Wachstum fortsetzen, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau als 2014. Gleichzeitig würden die Märkte durch das verhaltene Wachstum in Europa und die geopolitischen Spannungen in verschiedenen Teilen der Welt weiter belastet.

Der aktuelle Ölpreis und Effekte aus der Währungsumrechnung werden das Unternehmensergebnis voraussichtlich weiterhin beeinflussen. Den Unwägbarkeiten in den kommenden Quartalen will Spiesshofer mit Kostensenkungen und zusätzlichen Restrukturierungen begegnen.

Weiter gab ABB die Auslagerung der IT-Infrastrukturdienste bekannt, um die Betriebskosten zu senken. Dies wird als ein weiterer Schritt in der Umsetzung der «Next-Level»-Strategie bezeichnet.

Auslagerung der IT-Infrastrukturdienste
Weiter lagert ABB die IT-Infrastrukturdienste aus, um die Betriebskosten zu senken. Es seien Mehrjahresverträge mit IBM im Bereich Managementservices, mit Wipro für Dienstleistungen für das Endnutzer-Computing und British Telecom (BT) für die Netzwerkservices geschlossen worden, teilt ABB am Mittwoch mit. Diese Dienstleistungen würden die Betriebskosten erheblich senken, die Flexibilität steigern und für eine globale Standardisierung und Abdeckung mit klar definierter Verantwortlichkeit bei ABB sorgen. (awp/mc/upd/ps)

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