ABB modernisiert historische HGÜ-Leitung in den USA

ABB
Celilo Konverterstation in der Nähe des Columbia River im Bundesstaat Oregon. (Foto: ABB)

Zürich – ABB hat vom US-Versorgungsunternehmen Los Angeles Department of Water and Power (LADWP) einen Auftrag in Höhe von über 100 Millionen Dollar erhalten, um die bestehende Sylmar HGÜ-Konverterstation (Hochspannungs-Gleichstromübertragung) in Kalifornien zu modernisieren. Die Station ist ein wichtiger Teil der Stromnetzverbindung zwischen dem Pazifischen Nordwesten und dem südlichen Kalifornien und wurde 1970 in Betrieb genommen. Der Auftrag wurde im vierten Quartal 2016 gebucht.

Die Konverterstation Sylmar im Norden von Los Angeles ist die südliche Station der „Pacific Intertie“, einer 1360 Kilometer langen HGÜ-Verbindung zur Celilo Konverterstation, in der Nähe des Columbia River im Bundesstaat Oregon. Die „Pacific Intertie“ überträgt Strom vom Pazifischen Nordwesten an bis zu drei Millionen Haushalte im Grossraum Los Angeles. Normalerweise verläuft der Energiefluss von Norden nach Süden. Im Winter jedoch benötigt der Norden viel Energie zum Heizen, während der Süden weniger Energie benötigt, sodass dann der Stromfluss umgekehrt wird. Die „Pacific Intertie“ ermöglicht den Stromaustausch zwischen dem Nordwesten und Südkalifornien und unterstützt somit den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage.

„Die Pacific Intertie war die erste grosse HGÜ-Leitung, die in den USA installiert wurde. Sie sichert seit nahezu fünf Jahrzehnten die Stromversorgung von Millionen Menschen in den USA“, sagte Claudio Facchin, Leiter der ABB-Division Stromnetze. „Wir freuen uns, zu diesem Pionierprojekt zurückkehren zu dürfen. Die Modernisierung der Konverterstation in Sylmar knüpft an den Erfolg von Celilo an und leistet einen Beitrag zu einer sicheren Stromversorgung. Gleichzeitig ermöglicht sie eine höhere Effizienz und Zuverlässigkeit sowie herausragende Kontrollfunktionen.»

Die Digitalisierung wird bei der Modernisierung eine Schlüsselrolle spielen, da die neueste Version von ABBs Steuerungs- und Schutzsystem MACH installiert wird. Celilo, die nördliche Konverterstation der Verbindung, war die erste Anlage weltweit, die mit der neuesten Version dieses Steuerungssystems aufgerüstet wurde. Bei der Modernisierung der Sylmar-Station werden weitere Schlüsselkomponenten installiert, darunter AC- und DC-Filter, Drosselspulen sowie Messeinrichtungen und Zusatzgeräte.

Sechster Auftrag für Arbeiten an der „Pacific Intertie“
Das digitale MACH-System überwacht, steuert und schützt die hochentwickelte Leistungselektronik in der Station und kontrolliert mehrere tausend Abläufe, um ein Höchstmass an Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Damit wird die Übertragungsleitung auch vor unerwarteten Störungen wie Blitzeinschlägen geschützt. MACH funktioniert wie das Gehirn der HGÜ-Leitung und wurde dafür konzipiert, über Jahrzehnte hinweg rund um die Uhr zu laufen. Es beinhaltet Funktionen für die Erfassung von Störungen und die Fernsteuerung. Das MACH-System von ABB ist mit über 1100 weltweit in Betrieb befindlichen Anlagen die global am häufigsten eingesetzte Steuerungslösung für HGÜ-Anwendungen und FACTS-Installationen (Flexible Alternating Current Transmission System).

Seit ABB 1965 damit beauftragt wurde, zum Bau der „Pacific Intertie“ beizutragen, wurden in den 46 Jahren seit der Betriebsaufnahme zahlreiche Modernisierungsprojekte durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Leitung zu verbessern. Dies ist ABBs sechster Auftrag für Arbeiten an der „Pacific Intertie“. (ABB/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.