ABB Q4: Umsatz und Auftragseingang deutlich höher

Joe Hogan

ABB-CEO Joe Hogan.

Zürich – Der Energie- und Automationstechnikkonzern ABB hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2011 Umsatz und Auftragseingang deutlich gesteigert. Auch ohne den markanten Einfluss der Akquisition von Baldor von Anfang Jahr ergaben sich zweistellige Wachstumsraten. Die Gewinnziffern legten deutlich zu, verfehlten aber die Prognosen der Analysten, während die Dividende erneut erhöht wird. Für den Beginn des Jahres 2012 erwartet ABB Druck auf die Margen, gibt sich aber für den weiteren Jahresverlauf optimistischer.

Der Umsatz kletterte um 15% auf 10,57 Mrd USD und der Auftragseingang um 16% auf 10,16 Mrd. In lokalen Währungen (LW) lagen die Wachstumsraten bei 16% für den Umsatz und bei 17% für die Bestellungen, organisch, das heisst bereinigt um die Übernahme von Baldor, bei je 10%. Somit hat sich das Wachstumstempo im Vergleich zum dritten Quartal (Umsatz in LW +11%, Auftragseingang +12%) wieder beschleunigt. Der Auftragsbestand belief sich per Ende Dezember auf 27,51 Mrd USD, nach 28,49 Mrd Ende September und 26,19 Mrd per Ende 2010, wie ABB am Donnerstag mitteilt.

EBITDA-Marge dank Baldor gesteigert
Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT legte um 15% auf 1’123 Mio USD zu, während die EBIT-Marge auf 10,6 von 10,7% etwas zurückging. Der operative EBITDA erreichte ein Plus von 18% auf 1’568 Mio, entsprechend einer auf 14,8% von 14,4% verbesserten Marge. Diese liegt damit innerhalb des im vergangenen November neu formulierten Zielkorridors von 13 bis 19%. Die Verbesserung des EBITDA inklusive der Marge spiegle vor allem den Umsatzbeitrag von über 525 Mio USD sowie den EBITDA-Beitrag von 97 Mio USD von Baldor wieder. Ein weiterer Grund sei der Wegfall projektbezogener Aufwendungen über 120 Mio in der Division Energietechniksysteme aus dem Vorjahr.

Negativ auf die Rentabilität habe sich der anhaltende Preisdruck in den Energietechnikdivisionen, verursacht durch die Abwicklung von Aufträgen mit geringeren Margen aus dem Auftragsbestand, ein ungünstiger Geschäfts- und Produktmix sowie fortgesetzte Investitionen in Vertrieb, Forschung und Entwicklung ausgewirkt.

Mehr Gewinn und Dividende
Im Rahmen der Kostensenkungsinitiative 2011 wurden im vierten Quartal Einsparungen von rund 330 Mio erzielt, wovon etwa 50% aus einem optimierten Einkauf stammen. Im Gesamtjahr beliefen sich die Einsparungen auf insgesamt 1,1 Mrd. Die Kosten für das Programm beliefen sich im Quartal auf 100 Mio und im Gesamtjahr auf 160 Mio USD. Auch 2012 sollen die Kosten erneut um rund 1 Mrd reduziert werden. Der Reingewinn verbesserte sich um 19% auf 830 Mio USD. Die Dividende soll auf 0,65 von 0,60 CHF je Aktie erhöht und aus den Reserven ausbezahlt werden, wonach keine Verrechnungssteuer anfallen würde.

Gewinnerwartungen nicht erfüllt
Die Erwartungen der Analysten wurden mit dem Umsatz und Auftragseingang übertroffen, mit dem Betriebs- und dem Reingewinn dagegen verfehlt. Man habe auch im vierten Quartal gut gewirtschaftet, die internen Kosten gesenkt und die Projektausführung verbessert, schreibt ABB. So sei in einem volatilen Marktumfeld ein Rekordumsatz und solide Erträge möglich gewesen. Der operative Cashflow ging gegenüber dem Vorjahr um 5% auf 1,67 Mrd USD zurück, lag damit aber deutlich über dem Wert vom dritten Quartal. Der Netto-Barmittelbestand betrug per Ende Jahr bei 1,8 Mrd, nach 1 Mrd USD per Ende des dritten Quartals. Die Gesamtverschuldung sank auf 4,0 Mrd von 4,6 Mrd per Ende September.

2011: Umsatzplus von 15%
Im Gesamtjahr 2011 ergab sich ein Plus beim Umsatz von 15% auf 38,0 Mrd USD (LW +20%), während der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr 18% auf 40,21 Mrd (LW +23%) zulegte. Der EBIT erhöhte sich um 22% auf 4’667 Mio und der Reingewinn um 24% auf 3’168 Mio. Die EBITDA-Marge erreichte 15,8%.

Margen im Q1 unter Druck
Für das Geschäftsjahr 2012 rechnet ABB im ersten Quartal mit anhaltendem Druck auf die Gewinnmargen und begründet dies mit einem ungünstigen Geschäftsmix und anhaltendem Preisdruck aus dem Auftragsbestand. Für den weiteren Jahresverlauf sei das Unternehmen jedoch optimistischer. Es werde nicht damit gerechnet, dass dieser Trend auch im weiteren Jahresverlauf anhält. «Wir werden den Fokus auf Wachstum und eine konsequente Kostenkontrolle beibehalten», wird in der Mitteilung CEO Joe Hogan zitiert. (awp/mc/upd/ps)

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