ABB will Newave Energy für 170 Mio übernehmen

Joe Hogan

ABB-CEO Joe Hogan.

Zürich – ABB Schweiz hat mit Newave Energy eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme getroffen. Für den an der SIX Swiss Exchange kotierten Hersteller von Systemen für die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) bietet ABB 56 CHF je Aktie, entsprechend einer Bartransaktion im Umfang von rund 170 Mio CHF. Das Geschäft werde die Position von ABB im Leistungsregelungs- und Qualitätsmarkt stärken und Newave ausserhalb der traditionellen europäischen Märkte «beträchtliche» Wachstumsmöglichkeiten bieten, teilte ABB am Montag mit.

Der Angebotspreis entspricht einer Prämie von 36% gegenüber dem volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 60 Börsentage vor der Veröffentlichung dieser Vormeldung. Gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag beträgt die Prämie 22,4%. Laut ABB ist allerdings der Durchschnittskurs für die Bestimmung des Mindestpreises aufgrund der Illiquidität der Aktie nicht relevant. Das Kaufangebot von ABB erfolgt gemäss der Transaktionsvereinbarung mit Newave freiwillig und richtet sich an alle sich im Publikum befindenden Newave-Aktien. Der Angebotsprospekt soll am oder um den 15. Dezember veröffentlicht werden.

Newave-VR empfiehlt vorbehaltslose Annahme
Unter gesonderten Aktienkaufvereinbarungen, welche nicht an den Erfolg des Kaufangebotes gebunden sind, erwirbt ABB einen Anteil von 45% an Newave, welcher von den drei grössten Aktionären gehalten wird. Es sind dies die beiden Gründer Vllaznim Xhiha, derzeit VR-Präsident, und Filippo Marbach, aktueller CEO, sowie die Rittal International Stiftung. Diesen Grossaktionären bietet ABB gleichviel je Newave-Aktie wie den Publikumsaktionären. Der Verwaltungsrat von Newave empfiehlt den Aktionären, das Angebot vorbehaltlos anzunehmen. Der Ausschuss von unabhängigen Newave-Verwaltungsräten, bestehend aus Rudolf Kägi und Mauro Saladini bezeichne zudem das Angebot als fair und angemessen, dies unter Berücksichtigung einer Fairness Opinion der Bank Sarasin.

«Attraktive strategische Ergänzung»
Newave stelle eine «attraktive strategische Ergänzung» zur Geschäftstätigkeit der Division Industrieautomation und Antriebe sowie zu weiteren Aktivitäten der ABB-Gruppe dar, begründet ABB den strategischen Schritt. Dank der komplementären Charakteristiken könnten ABB und Newave gemeinsam die Entwicklung der Power Quality & Control Solutions vorantreiben und «signifikanten Mehrwert» für die Interessengemeinschaften beider Gesellschaften generieren. «Die Kombination zweier starker, sich gegenseitig ergänzender Unternehmen wird ein beträchtliches wertorientiertes Wachstum auf Grundlage von Innovation, hoher Qualität und führender Technologie schaffen», wird in der Mitteilung Ulrich Spiesshofer zitiert, Leiter der Division Industrieautomation und Antriebe bei ABB. Die Übernahme entspreche voll und ganz der Strategie von ABB im Bereich Leistungssteuerung und Qualität.

Wachstumsmarkt
Der weltweite USV-Markt biete interessante Wachstumsmöglichkeiten insbesondere in den Bereichen Datenzentren, Industrie und Infrastruktur, heisst es weiter. ABB beziffert diesen Markt auf 6 bis 7 Mrd USD. Man wolle in diesen Markt expandieren und so eine Lücke in den Bereichen Kerndatenzentren-Elektrifizierung und Energiequalität in der Industrie schliessen. Newave ist im Mittel- und Hochleistungs-USV-Bereich tätig, welcher 50% am Gesamt-USV-Markt ausmacht und jährlich um 6 bis 10% wächst.

Angebotsfrist vom 3. bis 30. Januar 2012
Das öffentliche Kaufangebot und der Vollzug der Aktienkaufvereinbarung stehen unter dem üblichen Vorbehalt der regulatorischen Bewilligungen. Die Angebotsfrist beginnt voraussichtlich am 3. Januar 2012 und soll bis am 30. Januar dauern. ABB behält sich die Verlängerung der Frist auf 40 Börsentage oder darüber hinaus vor. Die Transaktion soll im ersten Semester 2012 abgeschlossen werden. Newave erzielte im Geschäftsjahr 2010 mit einem Umsatz von gut 80 Mio CHF einen Reingewinn von etwas über 8 Mio. Das 1993 gegründete Unternehmen ist seit 2007 an der Börse kotiert.

ABB schliesst Übernahme von Powercorp ab
ABB hat die im November angekündigte Übernahme der australischen Powercorp abgeschlossen. Die Übernahmen der auf Automation bei erneuerbaren Energien spezialisierten Powercorp werde das Portfolio von Kontrollenergien bei der Integration von erneuerbaren Energien stärken, teilte ABB am Montag weiter mit. Die in Darwin beheimatete Powercorp beschäftigt 30 Personen und stellt die Automations- und Kontrolltechnologien zum Management erneuerbarer Energien in isolierten Netzen zur Verfügung. Finanzielle Details zur Transaktion werden keine bekanntgegeben.  (awp/mc/upd/ps)

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