Acino: Lizenzabkommen mit belgischer Neogen

Peter Burema

Acino-CEO Peter Burema.

Basel – Das Pharmaunternehmen Acino erweitert sein Eigenmarkensortiment durch ein Abkommen mit Neogen. Das Abkommen sehe die Einlizenzierung eines parenteralen Produktportfolios des in Belgien ansässigen Unternehmens unter der Eigenmarke «Acino» vor, teilte das Basler Unternehmen am Dienstagabend mit.

Die Vereinbarung stärke das Angebot in den Therapiegebieten Onkologie und Schmerzbehandlung, wo mit eigenentwickelten Produkten bereits eine bedeutende Präsenz aufgebaut worden sei, heisst es. «Wir beabsichtigen unser Angebot mit weiteren passenden Produkten zu ergänzen, vor allem in den Indikationsgebieten Krebs und Schmerzbekämpfung sowie zur Behandlung von Begleiterkrankungen», sagte COO Ruud van Anraat in der Mitteilung. Die Gesellschaft sehe ein starkes Wachstum dieser Wirkstoffe in ihren neuen Zielmärkten. «Mit der Neogen-Kooperation können wir zudem unsere regionale Präsenz im Mittleren Osten, in Asien und in Afrika stärken», so van Anraat weiter.

Analysten: Begrenzte Aufswirkungen aufs laufende Jahr
Acino will den Angaben zufolge weitere Marketingvereinbarungen mit lokalen Partnern für Länder abschliessen, welche für das Geschäftsmodell und das Produktportfolio «geeignet erscheinen». Die Geschäftsstrategie sehe vor, Schweizer/EU-Qualitätsprodukte in Emerging-Market-Ländern auf den Markt zu bringen, um so «mehr Patienten Zugang zu modernsten Behandlungsmöglichkeiten zu erschwinglichen Preisen zu verschaffen», schreibt Acino weiter. Das Abkommen mit Neogen dürfte gemäss Carla Bänziger, Analystin der Bank Vontobel, im laufenden Jahr nur begrenzte Auswirkungen auf die Ergebnisse von Acino haben. Denn zuerst müssten die Produkte erst in den jeweiligen Ländern zugelassen werden. Langfristig sollte die Vereinbarung aber Acino dazu verhelfen, das in den Schwellenmärkten angestrebte Umsatzvolumen von 80 bis 100 Mio EUR erreichen zu können.

Starke Wachstumssegmente
Acino habe bereits 22 Verträge mit Partnern für den Vertrieb von Produkten in 32 Schwellenländern abgeschlossen und habe bekräftigt, diese Wachstumsstrategie fortzuführen, heisst es im Kommentar der ZKB. Die Analysten gehen davon aus, dass sich diese Strategie spätestens ab 2012 auch in den Zahlen niederschlagen werde. Die Therapiebereiche Krebs und Schmerzmedikation seien starke Wachstumssegmente und dank hoher Qualität zu kompetitiven Preisen dürften die Produkte gut zu vertreiben sein. Die ZKB-Kommentatoren sehen die Nachricht für Acino als kurspositiv.

Stärkung der Marke Acino
Das Lizenzabkommen mit Neogen stärke die Marke und das Produktangebot von Acino in den Schwellenländer, meint Martin Voegtli von Kepler. Dadurch entwickle sich das Direktgeschäft rascher als erwartet. Voegtli rechnet bis 2015 mit einem Umsatz von 40 Mio EUR und schätzt das Geschäftspotential somit etwas konservativer ein als Acino selber. An der Börse können Acino heute morgen in einem schwächeren Gesamtmarkt leicht zulegen. Die Titel steigen bis um 10 Uhr um 0,1% auf 88,05 CHF, während der SPI um 0,7% nachgibt. (awp/mc/ps)

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