Actelion mit starkem Umsatzwachstum im 1. Quartal

Jean-Paul Clozel
Jean-Paul Clozel, ehemaliger Actelion-CEO. (Copyright: Actelion)

Actelion-CEO Jean-Paul Clozel. (Copyright: Actelion)

Allschwil – Das Biopharma-Unternehmen Actelion hat im ersten Quartal 2016 sein schnelles Wachstum fortgesetzt. Getragen wurde die Verkaufszunahme vom Lungenbluthochdruck-Medikament Opsumit, das den bisherigen Hauptumsatzträger Tracleer ablösen soll. Zudem zeigte das neue Medikament Uptravi eine positive Markteinführung in den USA. Für das Gesamtjahr 2016 hebt das Unternehmen nun seine Gewinnprognose an.

Der Produktumsatz erhöhte sich in den ersten drei Monaten des Jahres um 14% auf 590 Mio CHF, zu konstanten Wechselkursen (kWk) betrug der Anstieg 11%, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Kerngewinn verbesserte sich ebenfalls um 14% (kWk +8%) auf 249 Mio CHF, der Reingewinn nach US-GAAP lag bei 178 Mio CHF (+12%/kWk +5%).

CEO Jean-Paul Clozel zeigte sich mit dem Quartalsverlauf zufrieden. Das Unternehmen sei an einem «wichtigen Wendepunkt», wo sich zeige, dass Actelion den bisherigen Hauptumsatzträger Tracleer durch neue Produkte ersetzen könne, sagte er im Gespräch mit AWP.

Keine Tracleer-Generika für 6 bis 9 Monate
Das Wachstumsmedikament Opsumit zur Behandlung von Lungenbluthochdruck (pulmonale arterielle Hypertonie, PAH) kam im ersten Quartal bereits auf einen Umsatz von 178 Mio CHF, nachdem die Verkäufe in derselben Vorjahresperiode noch 95 Mio CHF betragen hatten. Es ist nun bereits in 30 Ländern erhältlich.

Der Umsatz des PAH-Medikaments Tracleer (Bosentan) bildete sich im ersten Quartal weiter zurück und erreichte noch 290 Mio CHF (VJ 344 Mio). Der Umsatz litt nicht zuletzt unter Umstellungen auf Opsumit oder andere Medikamente sowie zunehmendem Wettbewerb durch Generika, etwa in Spanien.

In den USA dürfte ein Generika noch auf sich warten lassen, obwohl das Patent im November 2015 ausgelaufen war: «In den nächsten 6 bis 9 Monaten erwarten wir kein Generika in den USA», sagte Actelion-COO Otto Schwarz an einer Telefonkonferenz. Vor einem Start eines Generika-Medikaments müssen sich Actelion sowie sieben interessierte Generikaunternehmen über ein begleitendes Programm zur Patientensicherheit (REMS) einigen. Diese Gespräche würden «Fortschritte» machen, sagte Schwarz.

Starker Uptravi-Start
Einen über den Erwartungen liegenden Start legte das Anfang Jahr in den USA lancierte PAH-Medikament Uptravi (Selexipag) hin. Die Verkäufe in den ersten drei Monaten erreichten 35 Mio CHF, wobei 20 Mio CHF dem Lageraufbau zuzurechnen waren. Die Reaktionen seien sowohl von Patienten- wie von Ärzteseite positiv gewesen, sagte Clozel. Ende März erhielten bereits rund 650 Patienten das Medikament.

Für Europa wird der endgültige Entscheid über eine Zulassung «für die nächsten Monate» erwartet. Wegen der Diskussionen um die Kostenerstattung werde in der EU der «grosse Start» aber wohl erst 2017 erfolgen, so Clozel.

Bei den weiteren Medikamenten beliefen sich die Umsätze des PAH-Medikaments Veletri auf 24 Mio CHF (VJ 19 Mio), während bei Ventavis – für welches der Patentschutz abgelaufen ist – eine Verkaufsabnahme auf 27 Mio (31 Mio) resultierte. Die Verkäufe von Zavesca zur Behandlung der Typ-1-Gaucher-1-Krankheit nahmen derweil auf 25 Mio (VJ 20 Mio) zu.

Prognosen erhöht
Aufgrund der guten Quartalsergebnisse werden die Gewinnprognosen für das Gesamtjahr 2016 nach oben revidiert: Neu wird ein Wachstum des Kernbetriebsgewinns zu konstanten Wechselkursen im «hohen» – statt wie bisher im «tiefen» – einstelligen Prozentbereich erwartet. In der Prognose sei auch die Unsicherheit über den Start eines Tracleer-Generikas in den USA berücksichtigt, betonte Clozel im Gespräch.

Mit dem Quartalsabschluss hat Actelion die Konsensschätzungen der Analysten beim Umsatz klar und beim Kerngewinn leicht übertroffen, entsprechend wurde in ersten Reaktionen von einem «starken» Quartalsergebnis gesprochen. In den Kommentaren wurde vor allem der starke Uptravi-Start und die Erhöhung der Guidance für das Gesamtjahr hervorgestrichen.

Am Aktienmarkt zeigten die Actelion-Titel am Donnerstag ein Auf und Ab. Nach einem starken Handelsauftakt sank der Aktienkurs zwischenzeitlich ins Minus, um am Nachmittag mit der Analystenkonferenz wieder auf neue Allzeit-Höchstwerte zu klettern. Am Schluss notierten die Aktien in einem insgesamt schwachen Gesamtmarkt (SMI: -0,3%) um 3,3% im Plus bei 158,30 CHF. (awp/mc/upd/pg)

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