Actelion stellt Wertschöpfungs-Strategie vor

Jean-Paul Clozel
Jean-Paul Clozel, ehemaliger Actelion-CEO. (Copyright: Actelion)

Allschwil – Das Management des Biopharma-Konzerns Actelion hat nach dem Erfolg einer zulassungsrelevanten Studie für Macitentan, den Nachfolger des Hauptproduktes Tracleer, seine neue Wertschöpfungsstrategie vorgesellt. Diese umfasst drei Schwerpunkte. Erstens konzentriere sich das Unternehmen künftig auf den Markt für Lungenbluthochdruck (PAH), teilt das Unternehmen am Dienstag mit.

Zweitens sei eine gezielte Neuausrichtung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf den Markt für Arzneimittelspezialitäten vorgesehen. Und drittens ist die beschleunigte Umsetzung von Kostensparprogrammen geplant. Sofern keine unvorhersehbaren Ereignisse eintreten, dürfte sich die Umsetzung dieser Wertschöpfungsstrategie im Jahr 2013 in stabilen Kerngewinnen (in lokalen Währungen) niederschlagen und ab 2014 zu neuem Wachstum führen, um ab 2015 zweistellige Wachstumsraten zu erreichen, heisst es weiter.

Ausbau des PAH-Marktes
Nach der kürzlich erfolgreich abgeschlossenen, zulassungsrelevanten Morbiditäts- und Mortalitätsstudie SERAPHIN mit Macitentan bei PAH-Patienten sei Actelion gut positioniert, um seine führende Rolle in diesem Markt auszubauen, heisst es weiter. Die Produktpipeline auf dem Gebiet der PAH umfasse so auch Selexipag, einen neuartigen Prostazyklin-IP-Rezeptor-Agonisten, der gegenwärtig in einer Morbiditäts- und Mortalitätsstudie der Phase III untersucht werde.

Ende April sagte Actelion-CEO Jean-Paul Clozel an einer Telefonkonferenz zum Erstquartalsergebnis, die Phase-III-Studie GRIPHON für Selexipag sei «gut» verliefen. Nächstes Jahr sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden. Für den Tracleer-Nachfolger Macitentan sollen, wie bereits gemeldet, im vierten Quartal weltweit Zulassungsgesuche eingereicht werden.

Im ersten Quartal 2012 erzielte Actelion einen Nettoumsatz von 417,5 Mio CHF. Davon entfielen 363,7 Mio auf das Hauptprodukt Tracleer.

Konzentration auf Arzneimittel-Spezialitäten
Hinsichtlich der Konzentration auf Arzneimittelspezialitäten hält das Management fest, dass die gegenwärtige klinische Pipeline auf dem Gebiet der Immunmodulatoren und der Antibiotika die Chance zum Aufbau eines zweiten Standbeins seines Spezialitätengeschäfts biete und damit die Voraussetzung bilde für ein beschleunigtes Umsatzwachstum und eine Verteilung der Risiken.

Neben den PAH-Produktkandidaten hat Actelion derzeit in klinischen Tests der Phase II Cadazolid bei Clostridium-difficile-Infektionen sowie Ponesimod bei Multipler Sklerose und Plaque-Psoriasis.

F&E-Ausgaben: Senkung und gezielterer Einsatz
Durch die Neuausrichtung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Actelion auf das Spezialitätengeschäft wird über das derzeit laufende Kostensparprogramm hinaus mit einer Senkung und gezielteren Verwendung der F&E-Ausgaben und mit geringeren Fixkosten gerechnet, so die Mitteilung weiter.

«Vielversprechende Zukunft»
«Mein Anliegen ist es, Werte für unsere Aktionäre zu schaffen. Nach den verheissungsvollen Ergebnissen für Macitentan wird Actelion sein Engagement auf dem PAH-Markt einmal mehr verstärken. Dank unserer starken Pipeline und der jüngsten Massnahmen zur Rentabilitätssteigerung kann Actelion einer viel versprechende Zukunft entgegensehen», wird CEO Jean-Paul Clozel in der Mitteilung zitiert. (awp/mc/pg)

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