Actelion: Rückstellung von 30-35 Mio Euro

Jean-Paul Clozel
Jean-Paul Clozel, ehemaliger Actelion-CEO.

Actelion-CEO Jean-Paul Clozel.

Allschwil – Der Biopharmakonzern Actelion sah sich 2011 mit einem schwierigen und wettbewerbsintensiven Umfeld konfrontiert. Die Rechnung 2011 wird durch Rückstellungen für Ausstände von südeuropäischen Kunden sowie für den Gerichtsfall mit Asahi Kasei belastet. Das Umsatzwachstum in Lokalwährungen soll wie prognostiziert im mittleren einstelligen Bereich liegen. Das Geschäftsjahr 2012 schätzt das Management als anspruchsvoll ein.

Da sich die Schuldenkrise in Europa in der zweiten Jahreshälfte 2011 weiter verschärft habe, halte es Actelion für angebracht, in der Bilanz 2011 eine Rückstellung von 30 bis 35 Mio EUR für die von öffentlichen Spitälern und Einrichtungen in Südeuropa geschuldeten Beträge vorzunehmen, teilte der Konzern am Montagabend mit.

Ohne diese Rückstellung hätte man ein Wachstum des Non-GAAP EBIT im niedrigen zweistelligen Bereich in lokalen Währungen (gemäss Guidance) einhalten können, heisst es. Die News wurden im Zusammenhang mit der J.P. Morgan Healthcare Conference, die am Dienstag in San Francisco stattfinden wird, veröffentlicht. Dort werde Konzernchef Jean-Pierre Clozel hervorheben, dass Actelion «in einem zunehmend schwierigen und kompetitiven Umfeld ein ausgezeichnetes Betriebsergebnis» erzielt habe, und er werde die Guidance für den Produktumsatz des Jahres 2011 bestätigen, die in lokalen Währungen im mittleren einstelligen Bereich liegen wird.

Rekurs gegen Urteil im Fall Asahi Kasei eingereicht
CEO Clozel werde zudem darlegen, dass die in der Bilanz für das Gesamtjahr 2011 vorgenommene Rückstellung im Zusammenhang mit dem Urteil im Gerichtsfall der Asahi Kasei Pharma gegen Actelion angepasst werde, um die im endgültigen Urteilsspruch festgelegte Schadenssumme von 407,3 Mio USD sowie die durch das Gericht festgelegte Prozesskosten von 8,3 Mio USD zu berücksichtigen. Actelion hat im Dezember 2011 beim California Courts of Appeal Rechtsbeschwerde gegen das Urteil eingereicht.

Mehrere Studienergebnisse stehen an
Clozel werde an der Konferenz zudem einen Überblick über den aktuellen Stand der klinischen Entwicklung geben. Actelion geht demzufolge davon aus, im Verlauf von 2012 über die Ergebnisse mehrerer Studien berichten zu können, unter anderem über die Phase-II-Dosisfindungsstudie mit Setipiprant bei Asthma, die Phase-II-Studie mit Ponesimod bei Psoriasis und die zulassungsentscheidende Studie zu Morbidität/Mortalität mit Macitentan bei PAH.

Die Ergebnisse der Macitentan-Studie sollen in der ersten Jahreshälfte 2012 vorliegen und werden gemäss dem CEO «eine Fülle qualitativ hochwertiger Daten» liefern. Zudem soll die PAH-Franchise mit der Einführung von Veletri 2013 in Europa und Japan erweitert werden. Das Medikament ist in den USA seit 2010 auf dem Markt.

Ausserdem rechne Actelion mit der Aufnahme des Phase-III-Programms zu Ponesimod bei Multipler Sklerose und dem Abschluss des Auswahlverfahrens potenzieller strategischer Partner für Ponesimod und Setipiprant, so die Mitteilung weiter

Anspruchsvolles 2012 erwartet
Für 2012 geht Clozel von einem «anspruchsvollen Geschäftsjahr» aus. Der Produktumsatz dürfte – in lokalen Währungen – im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich schrumpfen, dies vor allem als Folge des wachsenden Preisdrucks auf globaler Ebene und des verschärften Wettbewerbs in den Vereinigten Staaten, wie es heisst. So rechnet das Management, gemäss den vor der Präsentation vorliegenden Unterlagen, im Detail auch mit Preisdruck in Europa und den zweijährlichen Preisanpassungen in Japan. Auch in Schwellenmärkten wie Brasilien oder China wird mit Preisdruck infolge der Wettbewerbssituation gerechnet. Zudem könnten in einigen Märkten auch Generika als Konkurrenz lanciert werden.

«Actelion befindet sich nach einer – von Tracleer getragenen – Periode raschen Wachstums und herausragender Erfolge in einer Phase des Übergangs. Wir bereiten gegenwärtig die nächste Wachstumsphase vor und tun dies mit der Verpflichtung, das Ertragsniveau unseres Geschäfts zu verbessern», wird Clozel in der Mitteilung weiter zitiert.  (awp/mc/ps/pg)

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