Adecco erhält neuen CEO und CFO

Patrick De Maeseneire

Adecco-CEO Patrick De Maeseneire. (Foto: Adecco)

Glattbrugg – Beim Personalvermittler Adecco kommt es noch dieses Jahr zu einem überraschenden Wechsel an der Spitze. Der aktuelle Konzernchef Patrick De Maeseneire verlässt das Unternehmen, sein Nachfolger wird der heutige Frankreich-Chef Alain Dehaze. Operativ machte Adecco im ersten Quartal Fortschritte. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden bestätigt.

Der Wechsel auf dem Chefsessel findet Ende August statt. Patrick De Maeseneire wird dann das Unternehmen nach sechs Jahren im Amt verlassen. Sein Nachfolger wird der 51-jährige Belgier Alain Dehaze, der seit 2011 das Frankreich-Geschäft von Adecco leitet und seit 2009 Mitglied der Geschäftsleitung ist, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.

«Der Entscheid des Verwaltungsrates für einen internen Nachfolger steht für Kontinuität», wird Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig in der Mitteilung zitiert. Dehaze sei eine bewährte Führungskraft mit einem internationalen Profil und viel Industrieerfahrung.

Ebenfalls Adecco verlassen wird Finanzchef Dominik de Daniel, der die Aufgabe seit 2006 inne hatte. Er wird bereits Ende Juli dieses Jahres abtreten. Ein Nachfolger für ihn, aber auch für den Regionenchef Frankreich werde der Verwaltungsrat in den kommenden Monaten bestimmen, heisst es.

Die Abgänge des noch nicht 60-jährigen CEO und des rund 40-jährigen CFO seien auf eigenen Wunsch erfolgt, teilte Adecco weiter mit. Konkrete Gründe werden keine genannt. Die Verdienste der beiden werden in der Mitteilung verdankt.

Beschleunigtes Wachstum
Operativ hat Adecco im ersten Quartal 2015 Fortschritte erzielt. So ist das Unternehmen wieder schneller gewachsen als am Ende des Jahres 2014. Zwischen Januar und März erzielte es ein organisches Wachstum von 4% nach nur 2% im vierten Quartal 2014. Der Umsatz stieg derweil auf 5,08 Mrd EUR, was in der Berichtswährung Euro einem Plus von 9% entspricht.

Die Geschäftsfelder entwickelten sich jedoch unterschiedlich: So wuchs der Temporärbereich organisch um 5%, wobei der Industriesektor um 5% und der Bürosektor um 4% zulegte. Weniger erfolgreich war das Geschäft mit der Vermittlung von Fachkräften, das einen 1% tieferen Umsatz verbuchte.

Basis für das Wachstum war das verbesserte konjunkturelle Umfeld: «Im ersten Quartal hat sich das Umsatzwachstum dank der Hilfe eines besseren Umfelds in Europa beschleunigt», lässt sich CEO De Maeseneire in der Mitteilung zitieren.

In Frankreich (-2%) hätten sich die Bedingungen stabilisiert, in Italien (+17%) und der iberischen Halbinsel (+16%) seien zweistellige Wachstumsraten verzeichnet worden. In den USA legte Adecco um 4% zu, in Deutschland musste hingegen ein Minus von 2% hingenommen werden.

Nahe am EBITA-Ziel
Die Bruttomarge verbesserte sich im ersten Quartal um 50 Basispunkte (BP) auf 19,1%, wie das Unternehmen weiter bekannt gibt. Der Konzern legt den Fokus auch weiter auf die Kosten: Diese waren (ohne Restrukturierungskosten und in konstanten Währungen) 1% höher und wuchsen somit weniger stark als der Umsatz.

Die operative Marge (EBITA) lag bei 4,6% und war damit im Vorjahresvergleich (ohne Restrukturierungskosten) um 60 BP höher; der EBITA selbst erreichte 236 Mio EUR, was einem Plus von 31% entspricht. Beim Reingewinn ergab sich ein Plus von gar 45% auf 160 Mio EUR. Mit den vorgelegten Zahlen hat Adecco die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) beim Umsatz erfüllt und bei den Gewinnzahlen leicht übertroffen.

Optimistischer Ausblick
Für den restlichen Verlauf des Jahres ist Adecco zuversichtlich: So sei im April ein ähnliches Wachstum wie im ersten Quartal erreicht worden, heisst es zur Begründung. Für das zweite Halbjahr 2015 erwartet CEO De Maeseneire dann sogar ein beschleunigtes Wachstum. Er begründet dies mit dem wirtschaftlichen Ausblick und branchenüblichen Trends, aber auch dank einer einfacheren Vergleichsbasis zum Vorjahr.

Somit wird die bisherige Erwartung eines organisches Wachstums im mittleren bis hohen einstelligen Bereich bestätigt. Der abtretende CEO zeigte sich zudem überzeugt, dass bei der EBITA-Marge 2015 der seit längerem angepeilte Wert von über 5,5% erreicht wird.

Man werde weiterhin selektiv investieren, dort wo man Gelegenheiten für organisches Wachstum sehe und wo die Produktivität schon auf hohem Niveau sei, dabei habe man den Fokus aber weiterhin auf den Kosten. (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.