Adecco steigert Profitabilität im dritten Quartal markant

Alain Dehaze
Adecco-CEO Alain Dehaze. (Copyright by World Economic Forum/Jakob Polacsek)

Zürich – Der Personaldienstleister Adecco ist zwar im dritten Quartal gewachsen. Die unterbrochenen Lieferketten verhinderten aber eine noch bessere Entwicklung.

Der Umsatz nahm um 8 Prozent auf 5,22 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Besonders gut lief es im Temporärgeschäft in Südeuropa, aber auch im Schlüsselmarkt Frankreich, wo zweistelliges Wachstum verzeichnet wurde. Gut laufe derzeit auch das Geschäft mit der Fachkräftevermittlung und der nicht-temporären Stellenvermittlung.

In gewissen Märkten hätten jedoch die Probleme in der Autoindustrie, die bekanntlich unter dem Chipmangel leidet, sowie die Knappheit an gutem Personal – etwa im Tourismus – eine noch bessere Entwicklung verhindert, hiess es.

Dies gilt auch für das eigentliche Sorgenkind des Konzerns, dem Temporärgeschäft in den USA: Umsatz und Gewinn schrumpften. Ein Grund seien die auch in dem Land vorhandenen Probleme der Autoindustrie. Dazu seien falsche Anreize der Regierung gekommen, welche Covid-Zahlungen für Leute mit tiefem Einkommen so hoch angesetzt habe, dass sich das Arbeiten für diese kaum mehr gelohnt habe.

Unter Vor-Corona-Niveau
Wie der ausgewiesene Umsatz für das dritte Quartal zeigt, hat sich Adecco nach wie vor nicht vollständig vom Corona-Einbruch erholt. Der Quartalsumsatz liegt unter jenem des dritten Quartals 2019.

Und rasche Besserung ist nicht in Sicht. Für das vierte Quartal wurde nämlich nur ein moderates Wachstum gegenüber dem Vorquartal angekündigt. Ein Grund für diese vorsichtige Prognose seien neben den Lieferengpässen das sehr starke Vorjahr bei den E-Commerce-Geschäften. «Dieses Jahr sind die Läden im Vorweihnachtsgeschäft geöffnet, und wir machen wohl weniger Umsatz im Versandhandel», so Dehaze.

Die Umsatzentwicklung kam unter den Erwartungen der Analysten zu liegen, und auch der Ausblick gefiel diesen nicht. In der Folge stürzte die Adecco-Aktie am Dienstag zeitweise auf ein neues Jahrestief.

Bruttomarge auf Rekordhoch
Dem Kurs half auch nicht, dass die Profitabilität besser als erwartet ausfiel. So kam die Bruttogewinnmarge bei mehr als 20 Prozent zu liegen und damit auf einem Rekordniveau. Unter dem Strich verdiente die Gesellschaft mit 133 Millionen deutlich mehr als im Vorjahr, allerdings hatte damals ein Abschreiber den Gewinn markant geschmälert.

Die rekordhohe Bruttomarge sei kein einmaliger positiver Ausreisser, sagte zudem Dehaze. Denn der Personaldienstleister sei je länger desto weniger ein reiner Temporärstellenanbieter. Vielmehr sei er verstärkt in hochmargigen Bereichen wie der Technologieberatung oder der nicht-temporären Stellenvermittlung tätig. «In der Nach-Covid-Zeit sollten diese Bereiche rund 40 Prozent des Umsatzes ausmachen», so Dehaze.

Dazu beitragen soll auch die im Juli angekündigte Grossübernahme der Technologieberatungsfirma Akka. Diese soll früh im Jahr 2022 über die Bühne gehen. Die Integrationspläne würden zügig vorangetrieben, hiess es. (awp/mc/ps)

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