Adval Tech: Angestrebter Turnaround auf Stufe EBIT nicht erreicht

René Rothen
René Rothen, CEO Adval Tech. (Copyright: Adval Tech)

Rene Rothen, CEO Adval Tech. (Copyright: Adval Tech)

Niederwangen – Wie bereits am 22. März 2013 mitgeteilt, ist es der Adval Tech Gruppe im Geschäftsjahr 2012 gelungen, den Betriebsgewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) von 14,3 Mio. CHF auf 16,9 Mio. CHF zu steigern. Den angestrebten Turnaround auf Stufe EBIT hat sie jedoch noch nicht erreicht. Neuaufträge – insbesondere aus der Automobilindustrie – sollen die Ergebnissituation mittelfristig verbessern. Vorrangigstes Ziel für 2013 bleibt der Turnaround auf Stufe EBIT. Eine nachhaltige Verbesserung will Adval Tech mit der konsequenten Fokussierung auf ausgewählte Anwendungsbereiche für Metall- und Kunststoffteile und mit dem Ausbau der guten Marktposition für Hochleistungsformen erreichen, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens vom Dienstag hervorgeht.

Nachdem der Verwaltungsrat der Adval Tech Gruppe im März 2012 beschlossen hatte, den Tätigkeitsbereich der Gruppe zu verschmälern und sich im Sinne einer Konzentration der Kräfte auf wenige Aktivitätsfelder zu konzentrieren, hat Adval Tech die bisherigen Divisionen aufgelöst. Die Gruppe rapportiert nun neu nach den Segmenten Components (Metall- und Kunststoffteile) und Molds (Formen). Die eingeleiteten Restrukturierungsmassnahmen haben bereits erste Verbesserungen im operativen Geschäft bewirkt. Vereinfachte Strukturen und eine bessere Synergienutzung stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe. In China unterhält Adval Tech in Zukunft nur noch einen geografischen Standort für den Formenbau und die Komponentenproduktion; der Formenbau in Schanghai und die Komponentenherstellung in Xiamen wurden in das restrukturierte Werk in Suzhou integriert.

EBIT -3,5 Mio nach -5,0 Mio CHF im Vorjahr
Die Gesamtleistung der Gruppe für 2012 liegt mit 279,6 Mio. CHF leicht hinter dem entsprechenden Vorjahreswert zurück (284,9 Mio. CHF, -1,9%). 77% des Umsatzes hat Adval Tech im Segment Components erbracht, 23% im Segment Molds. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) liegt mit 16,9 Mio. CHF um 18% über dem Vorjahreswert (14,3 Mio. CHF). Die EBITDA-Marge hat sich damit von 5,0% auf 6,0% verbessert. Diese positive Entwicklung ist dem Segment Components zu verdanken. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist mit -3,5 Mio. CHF nach wie vor unbefriedigend (Vorjahr: -5,0 Mio. CHF). Die positiven Ergebnisse der Schweizer Standorte von Styner+Bienz, Omni Mexiko, Omni Thailand und Omni Malaysia im Segment Components sowie von FOBOHA im Segment Molds konnten die negativen Resultate der übrigen Gesellschaften nicht kompensieren. Wertberichtigungen haben den EBIT zusätzlich belastet.

Das Unternehmensergebnis für das Jahr 2012 liegt bei -15,4 Mio. CHF (Vorjahr: -16,3 Mio. CHF). Darin enthalten sind ausserordentliche Aufwände von 3,1 Mio. CHF (davon 1,7 Mio. CHF im Zusammenhang mit den Restrukturierungen in Asien und 1,3 Mio. CHF für Auslagen im Zusammenhang mit Kooperationsprojekten).

Segment Components
Das Segment Components stellt Metall- und Kunststoffteile in grossen Serien für ausgewählte Anwendungsbereiche der Automobilindustrie, der Medizinaltechnik und des Konsumgütermarktes her. Trotz eines leichten Rückgangs bei der Gesamtleistung auf 218,3 Mio. CHF (Vorjahr: 221,3 Mio. CHF) erreichte das Segment eine deutliche Ergebnisverbesserung und eine Steigerung des EBITDA auf 10,5 Mio. CHF (Vorjahr: 7,3 Mio. CHF). Die Verbesserung des EBITDA ist primär dem Ergebnis der Schweizer Gesellschaft Styner+Bienz FormTech AG zu verdanken. Sie stellt rotationssymmetrische Teile und Lenksystem-Baugruppen für die Automobilindustrie her. Die rotationssymmetrischen Teile produziert Adval Tech im Werk Niederwangen und teilweise bei Styner+Bienz do Brasil. Um in diesem Geschäftsfeld global agieren zu können, prüft Adval Tech zurzeit auch Kooperationsmöglichkeiten im asiatischen Raum.

Im Geschäftsfeld Lenksystem-Baugruppen für die Automobilindustrie konzentriert sich der Standort Uetendorf auf die Herstellung hochwertiger Baugruppen und Einzelteile. Das Werk in Ungarn wird so erweitert, dass es solche Einzelteile zu fertigen Baugruppen montieren kann. Aus der Schweiz und aus Ungarn beliefert Adval Tech hauptsächlich Kunden in Europa. Für die Abnehmer in den USA produziert und montiert Adval Tech die entsprechenden Baugruppen in enger Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Kooperationspartner Anchor.

Zum ersten Mal beliefert Adval Tech direkt einen Automobilhersteller: Monat für Monat produzieren die Produktionswerke in Ungarn und Suzhou Zehntausende von Teilen für BMW und liefern die fertigen Baugruppen direkt an BMW-Werke in Deutschland, China und Südafrika.

Segment Molds
Das Segment Molds entwickelt und produziert Hochleistungsformen und Werkzeuge für die Herstellung von Kunststoffkomponenten. Es hat sich 2012 sehr uneinheitlich entwickelt: Während die Gruppengesellschaft FOBOHA weiterhin auf Kurs ist, schrieb AWM in Muri (AG) auch 2012 rote Zahlen. Der Formenbau in China hat die Rechnung mit Restrukturierungskosten ebenfalls belastet. Insgesamt erzielte das Segment eine Gesamtleistung von 67,6 Mio. CHF (Vorjahr: 75,5 Mio. CHF) und einen EBITDA von 4,1 Mio. CHF (Vorjahr: 5,7 Mio. CHF). Für den Standort Muri sind verschiedene Sparmassnahmen eingeleitet worden, die 2013 greifen werden.

Auch 2012 ist es Adval Tech gelungen, die Marktdurchdringung für die Würfeltechnologie von FOBOHA kontinuierlich auszubauen. Zu diesem Zweck hat FOBOHA die Würfeltechnologie weiterentwickelt und sich damit neue interessante Anwendungsbereiche eröffnet. Mit der Zusammenlegung der beiden Formenbaustandorte Suzhou und Schanghai in Suzhou steht der Formenbau in China nun auf einer tragfähigen Basis für die Zukunft.

Ausblick: Erreichen des Turnarounds auf Stufe EBIT 2013 vorrangigstes Ziel
Im laufenden Geschäftsjahr konzentriert sich die Adval Tech Gruppe auf die Reduktion der Verschuldung und auf die Verbesserung des operativen Resultates. Vorrangigstes Ziel für 2013 ist das Erreichen des Turnarounds auf Stufe EBIT. Die zahlreichen im Vorjahr initialisierten Projekte – die unter dem Motto «Vereinfachung, Fokussierung, Synergienutzung oder Kooperationen» stehen – werden 2013 Früchte tragen. Auch wenn sie die Organisation anfänglich noch stark belasten, sind sie absolut notwendig für den langfristigen Erfolg der Gruppe.

Das Segment Components hat sich insbesondere aus der Automobilindustrie einige langfristige Aufträge namhafter Kunden sichern können: von BMW einen Zusatzauftrag für Komponenten des Luft-Wasser-Trennungssystems für die Werke in Ungarn und in China sowie von Audi einen Erstauftrag für Zweikomponenten-Kunststoffteile für die Luftleitung und -führung in den Modellen Q7 und A4. Im Konsumgütermarkt will Adval Tech in Zukunft die Märkte noch selektiver bearbeiten und mit einem gestrafften Produktportfolio ausgewählte Kunden beliefern. Zudem wird das Segment im Konsumgütermarkt zukünftig einheitlich unter der Marke Adval Tech auftreten. Mit einer weiteren konsequenten Globalisierung und mit der Fokussierung auf ausgewählte Anwendungsbereiche für Metall- und Kunststoffteile sollen die Gesamtleistung und Profitabilität des Segments in den nächsten Jahren weiter verbessert werden.

Das Segment Molds wird in Zukunft einheitlich unter der Marke Adval Tech FOBOHA auftreten und die gute Marktposition für Hochleistungsformen für Drittkunden in ausgesuchten Märkten weiter ausbauen können. Zudem wird das Segment die Angebotspalette im Formenbau verbreitern, um zusammen mit dem Segment Components die Schlagkraft als One-Stop-Shop für ausgewählte Anwendungsbereiche weiter zu erhöhen. (Adval Tech/mc/ps)

Kurzporträt der Adval Tech Gruppe
Durch Innovationen Mehrwert schaffen – adding value – dafür steht der Name Adval Tech. Als global tätiger Technologie- und Prozesspartner legt Adval Tech den Fokus auf die sich gegenseitig ergänzenden Technologien Stanzen und Umformen von Metall sowie Spritzgiessen von Kunststoff. In ausgewählten Märkten der Automobil-, Medizinaltechnik- und Konsumgüterindustrie gehört Adval Tech zu den führenden globalen Anbietern von Serienteilen, Baugruppen, Systemen, Werkzeugen und Anlagen. Als Zulieferer und Wertschöpfungspartner deckt Adval Tech die gesamte Wertschöpfungskette ab: vom Produktdesign und der Entwicklung von Serienteilen über die Konstruktion und den Bau der dazu notwendigen Werkzeuge und Formen bis zu ganzen Produktionssystemen und der daraus resultierenden Fertigung von Komponenten. 

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