AFG: Edgar Oehler im Visier der eigenen Firma

Edgar Oehler

Untersuchung statt Lorbeeren: Edgar Oehler.

Arbon – AFG-Chef Edgar Oehler vollzieht den lange angekündigten Rücktritt. Statt mir Lorbeeren verabschiedet der Verwaltungsrat den 69-jährigen Patron des Bauzulieferers jedoch mit der Überprüfung seiner Bezüge. Eine interne Revision soll laut einem Bericht des „Sonntag“ aufdecken, welche „vergütungsähnlichen Leistungen“ Oehler bezogen hat.

Die vom Verwaltungsrat eingeleitete Untersuchung soll Klarheit über den „Bezug von Produkten und Dienstleistungen zu Sonderkonditionen durch Mitglieder des Verwaltungsrats und der Konzernleitung“ schaffen. „Der Verwaltungsrat will bis zur Amtsübergabe an einen neuen Konzernchef klare Verhältnisse schaffen“, sagte AFG-Sprecher Aloys Hirzel am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Überprüfung der Bezüge sei aber weniger spektakulär als von der Zeitung „Sonntag“ dargestellt. Die Resultate würden am 8. März bei der Präsentation des Geschäftsberichts kommuniziert.

Privates und Geschäftliches vermischt?
Die Zeitung „Sonntag“ behauptete, Oehler habe über Jahre Privates und Geschäftliches vermischt. Seine Familienmitglieder hätten Leistungen der AFG bezogen, obwohl diese dort nie angestellt waren. Sie sollen etwa auf Kosten der AFG in der ersten Klasse nach Miami in die Ferien geflogen sein. Zu reden gibt auch eine Spezialvereinbarung von Oehler mit der AFG über den Bezug von Produkten zum Einstandspreis. Die Vereinbarung besteht laut „Sonntag“ seit Jahren und hat Oehler erlaubt, Küchen und andere Produkte für Millionen zum Billigpreis zu erwerben.

Reglement gestattet Sonderkonditionen
Laut Hirzel gibt es bei der AFG allerdings ein Reglement, dass nicht nur Edgar Oehler, sondern allen Mitgliedern des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung Sonderkonditionen zubilligt. Edgar Oehler war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er ist laut Hirzel auf Geschäftsreise in Asien. Oehler, der Hauptaktionär und Gründer des Bauzulieferers Arbonia Forster ist, will sich ab April auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten konzentrieren, wie in der vergangenen Woche bekannt gegeben wurde. Der Nachfolger soll Anfang März präsentiert werden. (awp/mc/ps/15)

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