Airopack spricht Gewinnwarnung aus

Airopack spricht Gewinnwarnung aus

Baar – Der Verpackungshersteller Airopack durchlebt stürmische Zeiten. Im Rahmen einer Untersuchung hat der Wirtschaftsprüfer PwC in der Buchhaltungspraxis erhebliche Mängel festgestellt. Airopack hatte den Umsatz zu hoch ausgewiesen. Das Unternehmen braucht nun frisches Kapital, um den Betrieb zu sichern. Die Aktie bricht einmal mehr ein.

Das Ergebnis im Jahr 2018 werde deutlich unter den Erwartungen ausfallen, warnte Airopack am Mittwoch. Dies habe eine vom neuen Management-Team unter der Leitung von Interims-Chef Antoine Kohler beim Wirtschaftsprüfer PwC in Auftrag gegebene Untersuchung gezeigt.

Umsatz zu hoch ausgewiesen
Gemäss ersten Ergebnissen aus dieser Untersuchung müssen die Zahlen des Halbjahresberichts 2018 angepasst werden. PwC geht davon aus, dass Airopack den Umsatz um 4 bis 5 Millionen Euro nach unten korrigieren muss. Im Halbjahr hatte Airopack einen Umsatz von 14,8 Millionen Euro und einen Verlust von 23,5 Millionen ausgewiesen.

Zudem erachten es die Wirtschaftsprüfer als notwendig, bestimmte Verkaufs- und Buchhaltungspraktiken aus der Vergangenheit noch vertieft zu untersuchen.

Derweil plant das neue Management an der Zukunft des Unternehmens und erarbeitet dazu die Geschäfts- und Finanzierungspläne der kommenden Jahre. Stand heute gehen Kohler und sein Team davon aus, dass die Gewinnschwelle im operativen Ergebnis auf Stufe EBITDA frühestens im ersten Halbjahr 2020 (bisher 2018) erreicht werden kann. Airopack schreibt bereits seit Jahren „rote Zahlen“.

Rekapitalisierung nötig
Airopack braucht frisches Kapital. Die Zukunft des Unternehmens hänge davon ab, ob die im November angekündigte Rekapitalisierung auch durchgeführt werden könne, hiess es. Die Schulden müssten refinanziert werden und es brauche Mittel für den Ausbau des Geschäfts. Man werde dazu den Dialog mit den relevanten Interessensgruppen fortsetzen, hiess es.

Antoine Kohler, der auch Verwaltungsratspräsident ist, hatte die operative Leitung im vergangenen November vom abgetretenen Co-Gründers und Grossaktionär Quint Kelders übernommen und die Durchführung einer Rekapitalisierung angekündigt. Vergangene Woche musste dieses Vorhaben vorerst verschoben werden.

Ende Januar wird dann der Franzose Jean-Baptiste Lucas die operative Leitung des kriselnden Unternehmens übernehmen. Nach einem neuen Finanzchef wird noch gesucht.

Rücktritte im Verwaltungsrat
Am gestrigen Dienstag traten dann nach Vorliegen erster Resultate aus der PwC-Untersuchung eine Reihe von Verwaltungsräten per sofort zurück, vor allem Mitglieder der kreditgebenden Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management. Im Rat vertreten sind noch Antoine Kohler und Okko Filius.

Wie es im Verwaltungsrat weitergeht und wer neu in das Gremium gewählt werden soll, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar. Man werde sobald als möglich eine Generalversammlung abhalten, um die neuen Verwaltungsräte bestimmen zu können, verspricht Airopack.

An der Börse geht indessen der Sturz des Aktienkurses von Airopack weiter, nachdem die Titel am Dienstag von der Börsenbetreiberin SIX noch vom Handel suspendiert wurden. Am Berichtstag brechen Airopack bis 10.40 Uhr um mehr als die Hälfte auf einen Kurs von nur noch 0,64 Franken ein. Vor zwei Jahren notierte das Papier noch im Bereich von 12 Fr. (awp/mc/pg)

Airopack
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