Aktienfokus: Swisscom brechen ein nach Orange-Verkauf an NJJ Capital

Aktienfokus: Swisscom brechen ein nach Orange-Verkauf an NJJ Capital

Zürich – Sorgen um einen steigenden Konkurrenzdruck haben Swisscom-Aktien am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Auslöser ist die Nachricht, dass die Telekom-Gesellschaft Orange Schweiz einen neuen Inhaber bekommt. Die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners verkauft Orange Communications SA, wie die Firma offiziell heisst, an NJJ Capital, die private Holding von Xavier Niel. Der Gesamttransaktionswert wird mit 2,8 Mrd CHF bzw. 2,3 Mrd EUR angegeben und der Verkauf soll per Ende des ersten Quartals 2015 abgeschlossen sein, wie Orange Schweiz am Donnerstag mitteilte.

Swisscom-Aktien sind seither das Schlusslicht im SMI. Mit einem Verlust von zuletzt 5,2% auf 536,50 CHF (13.45 Uhr) stehen sie aber bereits wieder etwas über ihrem Tagestief. Die ersten Marktreaktionen hatten den Telekomtitel bis auf 526,50 CHF gedrückt. Der Schweizer Leitindex gewinnt zeitgleich 2,09% auf 8’949,40 Punkte.

Händler und Anlaysten sind sich einig: Mit dem Eintritt von Xaviel Niel in den Schweizer Markt wird der Konkurrenzdruck für den quasi-Monopolisten Swisscom steigen. Uneinig sind sich die Experten, wie aggressiv er dabei vorgehen wird. So rechnet etwa Analyst Hannes Wittig von JPMorgan nicht damit, dass Niel extrem aggressiv vorgehen werde. Immerhin sei Orange eine bereits am Markt etablierte Marke. Dennoch müsse der Platzhirsch Swisscom nun mehr Unbekannte in die Zukunftsplanung einfliessen lassen.

Niel könnte für Schock sorgen
Für Vikram Karnany von der UBS steige das Risiko, dass sich der Preisdruck im Mobilfunkmarkt erhöhe. Händler Laurent Bakhtiari vom Broker IG hebt hervor, dass Xaviel Niel in Frankreich die Telekomlandschaft bereits umgekrempelt habe. Jedes Mal, wenn er mit seinem Anbieter Free ein neues Produkt auf den Markt gebracht habe, habe es die Preise der Konkurrenz in den Keller getrieben. Derzeit habe die Swisscom eine sehr starke Stellung auf dem Schweizer Markt und sie missbrauche sie. Daher dürfte der Eigentümerwechsel bei Orange Schweiz eine ziemlich schlechte Nachricht für Swisscom sein. Es sei mit hoher Sicherheit anzunehmen, dass Xavier Niel einen ähnlichen Schock auf dem Schweizer Markt auslösen werde wie in Frankreich.

Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner hebt noch hervor, dass der Konsolidierungsdruck in der Branche extrem hoch sei. «Derzeit werden die Karten bei den grossen Playern der Branche neu gemischt.» (awp/mc/upd/ps)

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