Aktienfokus: Temenos stürzen um 20 Prozent ab

SIX Swiss Exchange

Zürich – Die Temenos-Aktien stürzen am Freitag nach einer Umsatzwarnung des Unternehmens in die Tiefe. Der Bankensoftwareanbieter hat die Umsatzprognose für das Jahr 2011 aufgrund des aktuell schwierigen Geschäftsumfelds gesenkt. Neu wird mit Lizenzeinnahmen im Rahmen von 176 bis 184 Mio USD gerechnet, bisher war Temenos von 197 bis 205 Mio ausgegangen.

Gegen 9.20 Uhr brechen die Titel um 19,3% auf 18,25 CHF ein (Bisheriges Tagestief 17,75). Das Volumen liegt bereits bei rund 450`000 Titeln, dies bei einem durchschnittlichen Tagesvolumen von 580`000 Aktien. Der Gesamtmarkt (SPI) verliert 0,8%.

Zurückhaltende Kommentare
Die Kommentare sind erstaunlich zurückhaltend. Die Sorgen des Marktes, die sich bereits in den jüngsten Kursverlusten widergespielelt hätten, seien wohl korrekt gewesen, heisst es etwa bei Barclays. Daher sehen die Experten die Umsatzwarnung nicht als allzu grossen Schock an. Es sehe so aus, als ob derzeit die Banken als Endkunden von Temenos damit beschäftig seien, die neuen Regularien durchzusetzen und daher nicht in der Stimmung für neue Software-Lösungen seien. Dieses Problem dürfte sich aber über die Zeit lösen, daher bleiben die Experten mit `Overweight` positiv gestimmt.

«Vorübergehendes Problem»
Auch Vontobel schätzt die gegenwärtige Situation als vorübergehendes Problem ein. Analyst Panagiotis Spiliopoulos erwartet daher, dass sich der Umsatzzyklus in zwei bis drei Quartalen wieder normalisieren wird. Die Pipeline sei immer noch gut gefüllt. Dennoch senkt er aufgrund der EPS-Einschnitte von 25 bis 30% für 2011 und 2012 sein Kursziel auf 34 von zuvor 45 CHF. Er rät aber weiter zum Kauf. Der UBS zufolge dürften Anleger besorgt bleiben, ob die aktuellen Verschiebungen und Änderungen der Investitionsentscheide der Banken nicht doch noch zu Annulierungen führen, wenn das Umfeld schwierig bleibe oder sich gar verschlechtere. Das zweite Halbjahr bleibe eine Herausforderung. Zudem sei das Fehlen von Gewinnzielen nicht hilfreich für das Sentiment, so die Analysten, die an ihrer neutralen Einstufung festhalten. (awp/mc/ps)

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