Alpiq richtet Geschäftsportfolio neu aus und will Kosten senken

Jasmin Staiblin
Alpiq-CEO Jasmin Staiblin. (Foto: Alpiq)

Jasmin Staiblin, CEO Alpiq. (Foto: Alpiq)

Zürich – Der Energiekonzern Alpiq richtet das Geschäftsportfolio und die Unternehmensstruktur auf die sich verändernden und schwieriger gewordenen Bedingungen an den Energiemärkten aus. Im Rahmen der neuen Strategie sollen das Dienstleistungsangebot national und international ausgebaut, der Fokus auf erneuerbare und flexible Energiequellen gelegt und, wie bereits zu einem früheren Zeitpunkt angekündigt, die Kosten gesenkt werden. Das Ziel ist es, die Rentabilität mittelfristig und nachhaltig zu verbessern.

Der europäische Strommarkt befinde sich in einem fundamentalen Wandel, welcher durch tiefe Strompreise, rückläufige Nachfrage, signifikante Überkapazitäten in der Energieproduktion sowie hohe Subventionen und Priorisierung im Bereich der neuen erneuerbaren Energien geprägt sei, teilt Alpiq mit. Dies setze die Wirtschaftlichkeit der grossen Kraftwerke unter Druck und vor diesem Hintergrund habe der Verwaltungsrat die neue strategische Ausrichtung beschlossen.

«Alpiq stellt sich der neuen Realität und ergreift die Chancen, welche der Wandel in den Energiemärkten bietet», sagt CEO Jasmin Staiblin. Im Zentrum der Neuausrichtung stünden die Nähe zu Kunden und innovative Lösungen, der Konzern setze alles daran, eine nachhaltige Energiestrategie umzusetzen.

Ausbau der Dienstleistungen
Alpiq werde sich strategisch repositionieren, wobei der Ausbau des Dienstleistungsangebots eine entscheidende Rolle spiele, so Verwaltungsratspräsident Hans Schweickardt in der Mitteilung. Der Konzern beabsichtigt, das dezentrale Energiemanagement, die Energieeffizienz sowie das Endkundengeschäft auszubauen.

Vorgesehen seien unter anderem die Bewirtschaftung von dezentralen Produktionsanlagen und das Energiemanagement in Gebäuden, Industrieanlagen oder Kleinstnetzwerken. Dabei werde Alpiq mit Partnern in der Schweiz und im europäischen Ausland selektiv in das Retailgeschäft einsteigen. Zusammen mit dem bestehenden Installationsgeschäft verfüge man so über ein Komplettangebot. Alpiq werde das Geschäft in der Industrie- und Anlagetechnik ausbauen, was zunehmend auch den Rückbau von Anlagen beinhalte, heisst es.

Wasserkraft bleibt zentraler Bestandteil
Weiter richtet sich der Konzern auf die regulatorischen Veränderungen in der Schweiz mit der Energiestrategie 2050 aus. Dabei nehme die Wasserkraft weiterhin einen zentralen Stellenwert im Geschäftsmodell ein. Die Schweiz sei für diese saubere und flexible Energiequelle prädestiniert. Es brauche jedoch wirtschaftlich tragbare Rahmenbedingungen und Alpiq werde sich im Dialog mit der nationalen und kantonalen Politik «mit aller Kraft» dafür einsetzen

Zudem plane man zusammen mit Partnern an ausgewählten Standorten in Europa in neue erneuerbare Energien zu investieren und diese zu bewirtschaften, so die Mitteilung weiter.

Keine neuen Kernkraftwerke
Kernkraftwerke werde Alpiq mit der heutigen in der Schweiz betriebenen Technologie keine neuen bauen. Vielmehr werde für die künftige Planungs- und Investitionssicherheit der politische Dialog gesucht, mit dem Ziel, eine akzeptable und wirtschaftlich tragbare Lösung für die Lebensdauer der Kernkraftwerke zu finden.

Thermische Kraftwerke bleiben in der Strategie von Alpiq indes wichtig. An ausgewählten europäischen Standorten werde weiterhin in fossile Kraftwerke investiert und in der Schweiz evaluiert der Konzern in Übereinstimmung mit der Energiestrategie 2050 potentielle Projekte.

Kosten senken
Derweil will Alpiq die internen Strukturen und Prozesse vereinfachen und verschlanken. Ziel sei es, die jährlichen Kosten nachhaltig um 100 Mio CHF zu reduzieren, bekräftigt die Gruppe früher gemachte Aussagen. Mit der Neuausrichtung plane Alpiq einen zusätzlichen EBITDA-Beitrag, die Rentabilität werde sich mittelfristig und nachhaltig verbessern. (awp/mc/pg)

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