Antoine de Saint-Affrique wird neuer CEO von Barry Callebaut

Antoine de Saint-Affrique
Antoine de Saint-Affrique, CEO Barry Callebaut. (Foto: BC)

Antoine de Saint-Affrique. (Foto: BC)

Zürich – Der Schokoladekonzern Barry Callebaut erhält einen neuen Konzernchef: Der Verwaltungsrat hat Antoine de Saint-Affrique per 1. Oktober 2015 zum neuen CEO ernannt. Er löst Jürgen Steinemann ab, der seinen Rücktritt bereits im letzten November angekündigt hatte und im letzten Dezember zum Vizepräsident des Verwaltungsrats gewählt wurde.

Der 50-jährige Franzose de Saint-Affrique ist laut einer Mitteilung vom Mittwoch derzeit Präsident von Unilever Foods und Mitglied der Konzernleitung von Unilever. Er zeichnet für Geschäftsbereiche mit einem Gesamtumsatz von 12,4 Mrd EUR in 8 Regionen und 3 Kategorien verantwortlich, u. a. für die Division Foodservice von Unilever sowie das neue gebildete Unternehmen Baking, Cooking and Spreading. Seit 2009 ist er auch unabhängiges, nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats bei Essilor, einem Hersteller von augenoptischen Produkten.

„Grosse Ehre“
Der frisch gekürte CEO bezeichnet in der Medienmitteilung seine Wahl als „grosse Ehre“. Es sei eine Chance, den Konzern in die nächste Phase des Wachstums zu führen und zu prägen. Barry Callebaut biete ein „einzigartiges Umfeld mit einer seltenen Konstellation“ – ein weltweit führendes Unternehmen, das börsenkotiert und zugleich ein Familienunternehmen sei und über einen „soliden Unternehmergeist“ verfüge.

Rücktritt einen Monat später
Der Rücktritt von Steinemann war ursprünglich für Ende August vorgesehen, er bleibt nun aber einen Monat länger im Amt, um eine reibungslose Übergabe an seinen Nachfolger sicherzustellen, wie es in der Mitteilung heisst. Der Deutsche war 2009 in sein jetziges Amt gewählt worden, für den Rücktritt hatte er vor allem „familiäre Gründe“ geltend gemacht und von einer „intensiven Zeit“ bei Barry Callebaut gesprochen. VR-Präsident Andreas Jacobs verdankt in der Mitteilung die „hervorragenden Leistungen“ von Steinemann in dieser Zeit.

Beim neuen CEO streicht er vor allem heraus, dass er einen beeindruckenden Leistungsausweis in der Nahrungsmittelindustrie vorweisen könne. „Er kennt sich im Konsumbereich hervorragend aus, fokussiert stark auf Kunden und Interessengruppen und bringt breite internationale Erfahrung mit“, wird Jacobs zitiert. Auch seine Stärken beim Aufbau und der Integration neuer Geschäftsbereiche sowie der Neuausrichtung von Portfolios auf rascher wachsende Regionen und Segmente seien mit ein Grund gewesen, dass er aus dem „umfassenden Evaluationsverfahren als der richtige Kandidat“ für die Position des CEO hervorgegangen sei.

„Top Shot aus der Konsumgüterindustrie“
Analysten zeigen sich mit der Wahl des neuen Konzernchefs zufrieden. Die Bank Vontobel etwa spricht von einem „Top shot“ aus der Konsumgüterindustrie, der sehr gut zu Barry Callebaut passen sollte. Der zuständige Analyst erinnert dabei auch an die Tatsache, dass Unilever einer der 10 grössten Kunden von Barry sei. Die Ernennung sei „vielversprechend“ für Barry. denn der neue CEO dürfte die Kundenbeziehungen weiter ausbauen.

Man begrüsse die heute kommunizierte Ernennung, heisst es auch bei Kepler Cheuvreux. Er kenne de Saint-Affrique von seiner Zeit bei Unilever, meint der zuständige Analyst. Der Franzose sei ein „natürlicher“ Vermarkter und das könnte möglicherweise ein Signal dafür sein, dass sich die Gesellschaft in angrenzende Geschäftsfelder bewegen könnte. Insgesamt erwarte er aber keine grossen Veränderungen in der Strategie. (awp/mc/pg)

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