Arbeitskosten pro Arbeitsstunde 2010 bei 56 Franken

Arbeitskosten pro Arbeitsstunde 2010 bei 56 Franken

Neuenburg – Die durchschnittlichen Arbeitskosten in der Schweiz lagen laut Schätzungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) im Jahr 2010 bei rund 56 CHF pro Arbeitsstunde. Die Kosten unterscheiden sich aber stark je nach Wirtschaftszweig und fallen für grosse Unternehmen höher aus, wie es in einer Mitteilung des Amtes heisst.

Im tertiären Sektor sind die Unterschiede zwischen den Wirtschaftszweigen den Angaben zufolge am deutlichsten: Die höchsten Kosten (84,50 CHF pro Stunde) sind in der Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen zu verzeichnen, die tiefsten im Bereich Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie (34,40 CHF). Bei den Wirtschaftszweigen des sekundären Sektors sind die Unterschiede weniger ausgeprägt. Hier liegen die Kosten pro Arbeitsstunde zwischen 65,20 CHF in der Energieversorgung und 49,10 CHF im Baugewerbe/Bau.

Kosten variieren je nach Grösse des Unternehmens
Die Höhe der Arbeitskosten variiert nicht nur je nach Wirtschaftszweig, sondern auch nach der Grösse der Unternehmen. 2010 lagen die Arbeitskosten in Unternehmen mit zehn oder mehr Angestellten 2,4% über dem Durchschnitt (57,35 CHF im Vergleich zu 56 CHF für sämtliche Unternehmen). Lediglich in wenigen Branchen, darunter in der Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, seien die Kosten für grosse Unternehmen etwas tiefer, so das BFS.

Kosten im privaten Sektor gesunken
Im privaten Sektor wurden die durchschnittlichen Kosten pro Arbeitsstunde 2010 auf 54,60 CHF geschätzt. Sie sind somit gegenüber 2008 (55 CHF) um 0,7% gesunken. Diese Abnahme, die trotz einer durchschnittlichen Erhöhung der Monatslöhne und -gehälter um 2% eingetreten ist, lässt sich laut BFS mit der Zunahme des geschätzten Arbeitsstundenvolumens (2,4%) erklären. Nicht alle Wirtschaftszweige verzeichneten jedoch einen Rückgang der Arbeitskosten pro Stunde: Insbesondere in den Branchen Kunst, Unterhaltung und Erholung sowie Verkehr und Lagerei wurden Zunahmen in der Grössenordnung von 1,3 bis 3,3% festgestellt.

Die Arbeitskosten (von 56 CHF) setzen sich aus Löhnen und Gehältern (83,7%), Sozialbeiträgen der Arbeitgeber (15%) und weiteren, insbesondere mit der beruflichen Bildung und Personalrekrutierung verbundenen Kosten (1,3%) zusammen. Sie stellen einen grossen Anteil der Produktionskosten für Güter und Dienstleistungen dar. (awp/mc/pg)

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