Weniger Arbeitslose im Mai – weitere Besserung in Sicht

Arbeitslosigkeit
(Foto: PHOTOPRESS/Martin Ruetschi)

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Bern – Die warmen Temperaturen haben auch mehr Arbeit gebracht: Mit der Sommersaison im Tourismus und auf dem Bau haben im Mai wieder mehr Personen eine Stelle gefunden. Die Schweizer Arbeitslosenquote ist darum auf 3,0 von 3,2% gefallen.

Das ist der bisher tiefste Stand des Jahres. Aussergewöhnlich ist das indes nicht. Im Mai spielen jeweils die sogenannten saisonalen Effekte eine grosse Rolle: Wenn Tourismusbetriebe die Saison eröffnen und dank des warmen Wetters auch wieder mehr gebaut wird, finden jeweils auch mehr Personen wieder Arbeit.

Bereinigt um diese saisonalen Effekte blieb die Arbeitslosenquote bei 3,2%. «Das Bild, das sich zeigt, entspricht unseren Erwartungen», erläuterte Oliver Schärli, Leiter Politik und Vollzug im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).

Gegenüber dem Vorjahresmonat nahm die Zahl der Arbeitslosen leicht ab (-0,7%), wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte. Nebst den saisonalen Effekten macht sich in der Statistik auch die bessere Konjunktur bemerkbar.

Zahlen im Rahmen der Erwartungen
Die Zahlen fielen im Rahmen der Erwartungen aus. Von AWP befragte Ökonomen hatten für den Berichtsmonat eine Bandbreite von 3,0% bis 3,2% und für die saisonbereinigte Ziffer eine Spanne von 3,1% bis 3,2% geschätzt.

Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) sank im Berichtsmonat um 7,9% auf 15’399, im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein Rückgang um 6,5%.

Insgesamt wurden im Berichtsmonat 184’436 Stellensuchende registriert, 8’393 weniger als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode beläuft sich das Minus auf 0,3%. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich um 931 auf 13’157. Dies ist eine Momentaufnahme und gemäss Schärli sollten die Unterschiede zwischen den einzelnen Monaten nicht überinterpretiert werden.

Im März 2014 waren ausserdem 2’742 Personen von Kurzarbeit betroffen, gut 23% mehr als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe nahm um 8 auf 269 Einheiten ab. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um gut 11% auf rund 152’000 zu, in der entsprechenden Vorjahresperiode (März 2013) waren noch über 375’000 Ausfallstunden registriert worden, verteilt auf 657 Betriebe.

Erwarteter Rückgang
Ferner kam es im März gemäss vorläufigen Angaben zu 2’648 Aussteuerungen von Personen, welche ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung im Verlauf des Monats ausgeschöpft hatten.

«Wir rechnen für das Gesamtjahr mit einer Arbeitslosenquote von 3,1%. Nach den Zahlen im Mai sind wir auf Kurs mit unseren Prognosen», sagt Oliver Schärli. Im Gesamtjahr 2013 lag die Arbeitslosenquote bei 3,2% und damit leicht höher.

Auch das am Dienstag publizierte Manpower Arbeitsmarktbarometer zeigt in Richtung Verbesserung. Für das dritte Quartal rechnen 5% von 748 befragten Arbeitgebern damit, Personal einstellen zu können. 91% rechnen mit Konstanz und 3% gehen davon aus, dass sie Personal abbauen müssen. Der Arbeitsmarkt dürfte sich demnach in den nächsten drei Monaten weiterhin positiv entwickeln. Der Optimismus der Schweizer Arbeitgeber sei nach wie vor ungebrochen, heisst es in einer Mitteilung des Temporärstellen-Vermittlers vom Dienstag.

Zwar gehe die Netto-Arbeitsmarktprognose leicht zurück, die Mehrheit der Regionen und Sektoren melde aber einen Anstieg ihrer Ergebnisse im Jahresvergleich, heisst es bei Manpower es weiter. Die Zahlen der Regionen fallen dabei sehr unterschiedlich aus. So seien die Aussichten in der Zentralschweiz äusserst positiv, während die Arbeitgeber im Tessin und in der Nordwestschweiz eine auffällig negative Erwartungshaltung aufwiesen. (awp/mc/upd/ps)

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