Stabile Arbeitslosenquote trotz zweiter Coronawelle

Stabile Arbeitslosenquote trotz zweiter Coronawelle

Bern – Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz hat im Oktober trotz der anlaufenden zweiten Coronawelle nur leicht zugenommen. Das Instrument der Kurzarbeit ist aber wieder gefragter.

Es seien „überraschend gute Zahlen“, sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), am Montag. Konkret nahm die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldeten Personen im Oktober nur um 558 auf 149’118 Personen zu.

Die Quote verharrte somit bei 3,2 Prozent. Sogar leicht rückläufig war sie bei den Jugendlichen, bei welchen es Ende Sommer einen relativ starken Anstieg gegeben hatte.

Auch um saisonale Faktoren bereinigt nahm die Quote ab, auf 3,3 von 3,4 Prozent. Die meisten Ökonomen hatten die Arbeitslosenquote im Vorfeld eher etwas höher erwartet.

Spurlos ist die Coronakrise aber nicht am Schweizer Arbeitsmarkt vorbeigegangen. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Zahl der Arbeitslosen massiv höher, nämlich um 47’434 Personen. Die Quote hatte damals noch bei 2,2 Prozent gelegen.

Anstieg bei Kurzarbeit
Dass es nicht schlimmer kam, war gemäss Zürcher vom Seco der Kurzarbeit zu verdanken. „Und diese ist immer noch auf einem deutlich erhöhten Niveau“, betonte er. Und hier zeigt sich auch bereits die zweite Coronawelle, wie Zürcher sagte. Denn die Voranmeldungen für Kurzarbeit im Monat November nahmen zu, nachdem sie zuletzt gesunken waren.

Konkret wurde Kurzarbeit für 487’500 Arbeitnehmende oder rund 9,4 Prozent aller Beschäftigten bewilligt, sagte Zürcher. Im Vormonat Oktober war das Instrument für 459’812 Arbeitnehmende oder 8,9 Prozent aller Beschäftigten genehmigt worden.

Nach wie vor sind die Werte aber weit vom April entfernt, als auf dem Höhepunkt der Coronakrise für 37 Prozent aller Beschäftigten eine Bewilligung für Kurzarbeit vorlag. Der aktuelle Anstieg sei vor allem von der Gastronomie und der Hotellerie verursacht worden, so Zürcher.

Keine Entlassungswelle
Auch wegen der Kurzarbeit zeichnet sich laut dem Seco keine Entlassungswelle ab. „Wir sehen natürlich, dass die nächsten Monate nicht zuletzt aufgrund der behördlicher Massnahmen in den Kantonen sehr holprig und herausfordernd werden könnten“, sagte Zürcher.

„Es wird zu Entlassungen kommen, aber es wird nicht zu einer Entlassungswelle kommen“, lautet seine Prognose. Er stützt sich dabei auf die Angaben aus den Kantonen zu geplanten Massenentlassungen, welche nicht über den normalen Werten lägen.

Er räumte jedoch ein, dass die Arbeitslosenquote im laufenden Monat und in den Folgemonaten wegen der üblichen Saisonalität ansteigen könnte. Im Winter nimmt die Arbeitslosigkeit üblicherweise zu, weil zum Beispiel wegen der Witterung auf dem Bau weniger gearbeitet wird.

Zürcher erinnerte in diesem Zusammenhang an die offizielle Prognose des Seco, wonach im laufenden Jahr die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent und im kommenden Jahr bei 3,4 Prozent gesehen wird. Zunächst wird es somit zu einem Anstieg kommen, ehe die Zahlen dann ab Frühling 2021 wieder abflachen sollten. (awp/mc/ps)

Seco

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