Aryzta senkt Schulden und will Urs Jordi zum permanenten CEO machen
Schlieren – Mehr Umsatz, weniger Gewinn und eine tiefere Verschuldung: Die Geschäftszahlen 2025 des Backwarenkonzerns Aryzta überraschen nicht. Eine Ankündigung des Managements tut es dagegen schon: Verwaltungsratspräsident und Interims-CEO Urs Jordi soll dauerhaft Konzernchef bleiben.
Jordis Doppelrolle seit vergangenem Herbst als Verwaltungsratspräsident und CEO soll spätestens an der Generalversammlung 2027 enden, wie Aryzta am Montag mitteilte. Ein unabhängiger Verwaltungsratspräsident soll ihn dann ablösen. Jordi, der im vergangenen Jahr 60 Jahre alt wurde, will aber CEO und als reguläres Mitglied im Aufsichtsgremium bleiben. Bereits 2026 kommt es zu einem Wechsel im Verwaltungsrat: Hélène Weber-Dubi – seit Dezember 2020 im Amt – tritt nicht mehr zur Wiederwahl an. Neu soll Heike Sengstschmid, Expertin für Informationstechnologie, Cybersicherheit und künstliche Intelligenz, in das Gremium einziehen.
Weiter plant Aryzta die Verlegung des Hauptsitzes aus dem zürcherischen Schlieren in den Tiefsteuerkanton Zug, vorbehaltlich Zustimmung der Generalversammlung. Zudem passt das Unternehmen seine Finanzkommunikation an: Quartalsumsatzmeldungen entfallen, Marktupdates erfolgen künftig halbjährlich zum Halbjahr und Gesamtjahr mit vollständigen Kennzahlen.
Die Geschäftszahlen für 2025 kommen nach der Vorabmeldung im Januar nicht mehr überraschend: Der Umsatz stieg um 1,3 Prozent auf 2,22 Milliarden Euro bei organischem Wachstum von 1,5 Prozent (VJ: -0,2%).
Rückkauf von Anleihe – Weg frei für Dividende?
Der Betriebsgewinn auf EBITDA-Basis sank um 4,4 Prozent auf 306,9 Millionen Euro, die Marge gab auf 13,8 Prozent nach 14,6 Prozent nach. Der Reingewinn fiel um 13,3 Prozent auf 112,3 Millionen Euro. Damit traf Aryzta die Analystenerwartungen weitgehend.
Belastet wurde die Profitabilität laut Mitteilung durch steigende Arbeits- und Logistikkosten, volatile Rohstoffpreise sowie schwache Konsumausgaben. Preiserhöhungen, Produktmix und Kostensenkungen von 23 Millionen Euro milderten den Druck teils.
Für 2026 stellt Aryzta organisches Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich, weitere Verbesserungen bei EBITDA und EBIT sowie anhaltend starke Cashflow-Generierung in Aussicht.
Die Bilanzstruktur verbesserte sich weiter: Die Nettoverschuldung sank um rund 93 Millionen auf 645,9 Millionen Euro. Die Verschuldungsquote reduzierte sich damit auf das 2,6-Fache des EBITDA. Aryzta will die letzte Hybridanleihe über 144,3 Millionen Franken zum nächsten Zinstermin bis April aus vorhandenen Mitteln zurückkaufen. Dies soll die Zinskosten weiter senken und den Weg für künftige Dividendenzahlungen ebnen. Die Dividendenpolitik will der Verwaltungsrat 2026 festlegen. (awp/mc/pg)