Aryzta steigert Food-Umsatz um 18% auf 938 Mio EUR

Owen Killian
Owen Killian, abtretender Aryzta-CEO.

Aryzta-CEO Owen Killian.

Zürich – Der Nahrungsmittel-Konzern Aryzta hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2014/15 (per 31.10.) den Umsatz im Kernbereich Food (Backwaren) deutlich gesteigert, wobei der Grossteil des Wachstums aus Akquisitionen stammt. Während der Konzern in Europa ein organisches Umsatzplus erzielte, fiel dieses in Nordamerika deutlich negativ aus. Der Mittelfrist-Ausblick wird aber bestätigt, so dass die Aktie klar dazugewinnt.

Der Food-Umsatz stieg im Berichtsquartal um knapp 18% auf 937,8 Mio EUR, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Während Akquisitionen 15,5% und Währungsveränderungen 1,8% ausmachten, blieb das organische Wachstum mit lediglich 0,5% etwas zurück. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Umsatz-Schätzungen des Marktes genau erreicht, während das organische Wachstum etwas darunter ausfiel.

Trend in Europa bleibt positiv
In Europa wuchs der Food-Bereich um 7,0% auf 404,1 Mio EUR, wobei 2,7% aus Akquisitionen und 3,1% aus organischem Wachstum und der Rest aus Währungsverschiebungen stammten. Im vierten Quartal war Aryzta hier organisch lediglich 1,2% gewachsen. Der Trend sei weiterhin positiv, heisst es denn auch in der Meldung, und reflektiere eine erhöhte Stabilität im Bereich «Food Solutions» und starkes Wachstum im Gross-Detailhandel. Die Steigerung habe aber auch damit zu tun, dass Produktionsvolumen von Nordamerika nach Europa verschoben worden sei.

In Nordamerika legte der Umsatz zwar um gut 30% auf 475,5 Mio zu. Allerdings stammte das hohe Wachstum vor allem aus den Zukäufen von zwei Bäckereien in Nordamerika Anfang Jahr, während das organische Wachstum mit -3,2% rückläufig war. Aryzta begründet dies mit einem laufenden Rationalisierungsprozess, der Kapazitäten für grössere Kunden freimachen und mittelfristig zu einer Margensteigerung führen soll.

40% des Rückgangs sei mit Änderungen bei der Verteilung der Finanzmittel zu erklären und des oben bereits erwähnten Transfers von Produktionskapazität direkt in die Regionen, in denen Produkte auch verkauft werden. Während dieser Effekt sich auch in den nächsten Quartalen bemerkbar machen dürfte, geht Aryzta davon aus, dass die Pipeline aus neuen Kunden dies bis Ende des Geschäftsjahres ausgleichen sollte.

Im Rest der Welt, der allerdings lediglich 6% des Foodumsatzes ausmacht, legte Aryzta um knapp 7% auf 58,2 Mio EUR zu, wobei das organische Wachstum «starke» 6,1% betrug. Die Trends hier seien konsistent mit der Entwicklung in den vergangenen Quartalen, heisst es dazu, auch wenn das Wachstum im vorangehenden Quartal mit 12,6% deutlich höher war.

Der Gesamtkonzern, zu dem neben dem Foodbereich auch die separat kotierte Agrartochter Origin gehört (Zahlen bereits bekannt), hat den Umsatz um knapp 14% auf 1,26 Mrd EUR gesteigert, mit einem organischen Minus von 1,3%. Gewinnzahlen werden zum Quartal nicht genannt.

Ausblick bestätigt
Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich der Konzern optimistisch. «Wir antizipieren ein verstärktes Momentum in Bezug auf das organische Wachstum in der zweiten Jahreshälfte», wird CEO Owen Killian in der Mitteilung zitiert. Die Mittelfrist-Guidance bleibt entsprechend im Vergleich zum September unverändert.

Das heisst, der Konzern erwartet weiter ein organisches Umsatzwachstum von 2-4% und ein entsprechendes Plus des Gewinns pro Aktie (EPS) von 4-6%. Weitere 3-6 Prozentpunkt sollen beim EPS aus Investitionen oder Zukäufen dazu kommen, so dass insgesamt ein EPS-Wachstum von 7-12% resultieren sollte.

Obwohl Aryzta organisch etwas unter den Erwartungen wuchs, legte die Aktie von Beginn weg zu und notiert am frühen Nachmittag 1,1% höher bei 77,30 CHF. Vor allem die positive Entwicklung in Europa und die Bestätigung der Guidance wurden in Analystenkreisen positiv aufgenommen. Auch die deutlichen Kursverluste seit Beginn der zweiten Jahreshälfte werden als Kaufargument erwähnt. (awp/mc/upd/ps)

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